Über den eigenen Zaun geblickt

Mittwoch, 2. Juli 2008

politisches zwischendurch

die atv-nachrichten stoßen bei mir normalerweise nicht auf sympathie, weil sie mir zu boulevardesk in ihrer themenwahl sind, aber heute konnte ich nicht umhin, sie sehr treffend zu finden, als sie ihre berichterstattung über die regierungsbefindlichkeiten (von politik kann keine rede sein) mit der kennmelodie vom fernsehkasperl untermalten. mehr kann man dazu nicht sagen.

Dienstag, 1. April 2008

eine gans namens lilli

bei k.t. habe ich einen sehr netten beitrag über eine berühmte sieveringer gans gefunden. und ich muss k.t. recht geben, ich finde die story selbst sowie das denkmal sehr wienerisch. ich muss mich von k.t. *winks* wirklich einmal in den wilden westen meiner heimatstadt bzw. in die noblichen gegenden á la sievering entführen lassen, weil ich (in letzter zeit öfter) feststelle, dass ich mich dort überhaupt nicht auskenne.

p.s.: nachdem sich k.t.'s blogeintrag nicht direkt verlinken lässt: es ist der vom 29.3. 2008

Mittwoch, 12. März 2008

das "wiener modell"

dass wien durch die jahrhunderte eine besonders schaurige geschichte hat, was den antisemitismus betrifft, weiß ich. dass es die wienerInnen während der nazi-zeit in bezug auf die demütigung, beraubung und vertreibung der jüdischen bevölkerung ärger getrieben haben als die einwohnerInnen anderer städte, weiß ich auch. und ich weiß auch, dass eichmann in wien quasi einmal geübt hat, bevor er in ganz europa mordete. klar, ich interessiere mich schließlich für geschichte und halte mich auch für politisch aufmerksam.

gestern habe ich anlässlich des heutigen jahrestages des "anschlusses" im radio gehört, dass die organisierte gewalt gegen jüdinnen und juden schon in der nacht des 11.3., also vor dem einmarsch, begonnen hat und so brutal war, dass es den nazicapos zu viel war, weil es ihnen zu unkontrolliert abgelaufen ist. letztlich haben sie aber das, was da passiert ist, als "wiener modell" in ihre vernichtungsstrategien übernommen.

gendenktage wie den heutigen gibt es ja öfter und ich finde sie auch immer wichtig, weil ich immer der meinung bin, dass man, v.a. wenn man sich gegenwärtige wahlverhalten und die politische wurschtigkeit meiner lieben landsleute anschaut, nicht oft genug darauf hinweisen kann, was in diesem land, das ja so lange opfer war *würg*, alles passiert ist. das alles mit dem hintergrund, dass frau sich ja selber auskennt, sich historisch informiert hat, meterweise literatur zum thema verinnerlicht hat usw. - typisch überheblich halt, wie man halt so tut, wenn frau weiß, was für "die leute" wichtig ist. wenn frau sich bei der meldung, dass sich der hakoah (hochdekorierter jüdischer sportverein in der zwischenkriegszeit) sich wieder im prater (angestammter ort bis 1938) ansiedelt, das sehr fein findet, dann braucht's wohl eine meldung wie die vom "wiener modell", um zu sehen dass so manche gedenktage nicht nur für "die leut" bitter nötig sind, sondern auch für eine selbst.

Donnerstag, 7. Februar 2008

gender mainstreaming

im sinne des politisch korrekt in stellenausschreibungen der republik österreich herumspukenden gendermainstreaming-geistes liest mensch besonders für hochqualifizierte jobs oft, dass frauen sich eben besonders ermutigt fühlen sollen, sich zu bewerben. dass dann die praxis oft anders aussieht und die zuständigen gremien mit zähnen und klauen versuchen, frauenkarrieren zu verhindern, zeigt nur z.b. eine rektorinnenbestellung á la boku. umso erstaunter war ich soeben, als ich vorhin in einem mail mit ausschreibungen an der uni linz las: "Im Sinne des Gender Mainstreaming werden Männer besonders ermutigt sich zu bewerben."
ich hab das mail nur mit halber aufmerksamkeit überflogen, aber da war ich wieder voll da und scrollte herum, worum es geht... an welcher fakultät gibt es einen frauenüberhang? wo im wissenschaftlichen bereich sind männer unterrepräsentiert?
- na? - richtig, in der allgemeinen verwaltung auf (etwas gehobeneren) sekretärInnenposten...