Donnerstag, 17. Juli 2008

schönes gratis 4: donnerstag nachmittag

mein vater pflegt donnerstag vormittag den wocheneinkauf für die ganze familie, also auch für seine erwachsenen kinder, zu erledigen. da ich kein auto habe, bin ich dafür sehr dankbar. donnerstag nachmittag kommt er dann "liefern" und bleibt gern auf eine tasse tee. diese stunden sind mir sehr kostbar.

Mittwoch, 16. Juli 2008

schönes gratis 3: schlafen bei offenem fenster

schlafzimmerfenster

sobald ich nicht mehr und noch nicht heize, schlafe ich bei offenem fenster, egal, wie das wetter ist. auch wenn es, wie in den letzten tagen nachts nur 13° hat. schließlich hab ich ja eine decke ;-) ich liebe es einfach, wenn ich beim einschlafen den wind in den bäumen höre, gegebenenfalls den regen. im sommer höre ich igel durchs gehölz rascheln und bei schönwetter grillen zirpen. in der früh höre ich vielstimmiges gezwitscher, da die zwei efeubewachsenen fichten vor meinem schlafzimmerfenster offenbar ein beliebter aufenthaltsort für vögel sind.

Dienstag, 15. Juli 2008

Impulstanz gala-abend

das burgtheater erfreut die geneigte besucherin an kühlen sommerabenden nicht nur mit saunatemperaturen (fächer sind eine gute erfindung), sondern auch mit vorstellungen des ImPulsTanz-festivals, das heuer sein 25-jähriges jubiläum feiert. wegen der exorbitanten kartenpreise war diesmal nur eine vorstellung erschwinglich und die wahl fiel auf den gestrigen gala-abend, weil da verschiedene künstlerInnen auftraten, und ich wurde nicht enttäuscht.

am beginn stand "steptext", choreographiert von william forsythe, getanzt von drei tänzern und eienr tänzerin des mariinksy-kirov-balletts zu musik von bach (*schwärm*). welch grandioser auftakt! v.a. die tänzerin war einfach sagenhaft gut. vom ersten bis zum letzten schritt war ich völlig davon gebannt, wie sie scheinbar schwerelos über die bühne schwebte.
bei dieser performance war besonders deutlich, was sich meines erachtens durch den ganzen abend zog, nämlich, dass viele elemente vom klassischen ballett entlehnt wurden, was mir persönlich sehr gut gefällt.

das zweite stück "leparc - pas de deux", eine choreographie von angelin preljocaj zu musik von mozart, getanzt von manuel legris und laetitia pujol vom ballet de l'opéra national de paris. war auch sehr fein, in (männer-)anzügen im stil des 18. jh. ein wenig rokoko-haft maniristisch angelegt wirklich ein genuss, obwohl es im vergleich etwas im schatten der ersten performance stand. aber für sich genommen wirklich sehenswert.

"approximate sonata", ebenfalls von william forsythe, getanzt von antony rizzi und leslie heymann, war nach meinem geschmack das schwächste stück des abends, weil es irgendwie durchschnittlich und ein bisschen langweilig war, obwohl besonders leslie heymann wirklich gut war. aber ich hab mir mit der aufmerksamkeit relativ schwer getan, weil sie durch nichts wirklich gefesselt wurde.

nach der ersten pause kam dann anne teresa de keersmaeker aus belgien mit ihrer kompagnie rosas, die seit jahren zu den stars des festivals zählen und die ich auch schon zweimal mit großer begeisterung gesehen habe. so auch diesmal. zu debussys "prelude à l'pres-midi d'un faune" gab es eine im buchstäblichen sinne fabelhafte performance, die in einen unglaublich romantischen, wunderschönen pas de deux mündete.

nach einer weiteren pause setzte die kanadische compagnie marie chouinard strawinskis "le sacre du printemps" in tanz um. dieses stück habe ich vor ein paar jahren schon einmal gesehen, dennoch war ich einfach komplett hingerissen, wie das erwachen der natur v.a. der tierwelt im frühling in seiner poesie wie auchs einer derbheit stimmig elegant auf die bühne gebracht wurde.
wer zweieinhalb zeit hat, der/dem lege ich den trailer ans herz, den es hier zu bewundern gibt.

Schönes gratis 2: Begegnungen mit der Stadt

dieser anblick bietet (ev. auch bot, weiß ich nicht genau) sich im barock geschniegelten park zwischen (justament) dem Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum:

natur-pur

juppidu!

zu den kostenlosen freuden kann ich's nicht rechnen, weil die republik österreich 69,90 dafür haben will, aber dennoch ist der jubel groß: mein pass ist da!!!!!!!!!!
vor donnerstag hätt ich nicht damit gerechnet. am freitag beantragt, am dienstag klingelt der briefträger. ich werd noch zum fan des amtsschimmels. yeah!

p.s.: wegen kostenlos - ich hab ja auch angedacht, einen expresspass um 100 euro zu nehmen, insofern ist's immerhin eine ersparnis.

Montag, 14. Juli 2008

schönes gratis 1: sanseveriablüte

sanseveria

da ich nicht wirklich stolz sein kann darauf, weil ich nicht weiß, warum auf einmal nach zwölfeinhalb jahren, freu ich mich einfach nur darüber, dass eine meiner sanseverien seit einiger zeit blüht. das hab ich vorher noch nie irgendwo gesehen und bin einfach nur begeistert, obwohl die blüten nicht gerade wohlgeruch verströmen.

außerdem ist diese sanseveria meine älteste zimmerpflanze, ich hab sie mit dem haus von von meinem großvater mitgeerbt.

queerbeet durch den wilden westen

ausgehend von diesem blogeintrag beschloss meine freundin k.t., mich transdanubische (nord-)östlerin einmal in westen wiens zu locken, besser in den wienerwald, wo sie sehr gerne spazierengeht bzw. wandert, wie in ihrem blog auch zu lesen ist. sie ist es aber langsam angegangen und hat mit mir gestern eher die nordwestlichen gegenden um die hausberge herum erkundet, mit ich nicht gleich einen riesen kulturschock erleide. *g*

getroffen haben wir einander bei der u4-endstation heiligenstadt, von wo aus wir mit dem bus ein stück auf den cobenzl gefahren sind, von wo aus wir diritissima den wald geentert haben

wilder-westen-blumen

und bergauf getrabt sind, was uns trotz dunstiger bedecktheit eine schöne aussicht über wien bescherte

bwilder-westen-aussicht

irgendwann sind wir wohl am benachbarten leopoldsberg gelandet, weil wir an einem lokal vorbeikamen, das nach agnes und ihrem schleier benannt waren. nach einer weile kamen wir zu eiern schönen großen wiese, wo wir picknickten, bis wir (naja, eigentlich nur ich) von zwei hunden und deren unmöglichen besitzerInnen vertrieben wurden. ein paar fotos von den nebenan residierenden haflingern sind sich aber noch ausgegangen. schließlich gehören pferde unbedingt zu einer wildwesttour ;-).

wilder-westen-haflinger

wir genossen weiterhin den wald und als wir beim dreimarkstein wieder daraus auftauchten, schlug k.t. vor, mir das "urigste gasthaus wiens", von dem aus man einen sensationellen ausblick auf die stadt haben soll, zu führen. wir verschwanden also wieder zwischen den bäumen, und k.t. war sich auf höhe der zierleitenbrücke nicht mehr ganz sicher, wo wir nun abbiegen müssten. ich konnte als ortsunkundige einheimische auch nichts produktives beitragen, weswegen wir uns vom instinkt leiten ließen. dieser führte uns zwar nicht zum urigen gasthaus, aber auf eine idyllische lichtung

wilder-westen-lichtung,

wo wir ca. 10 minuten rateten, bis ein paar regentropfen fielen. aber kaum waren wir wieder im wald, war die wettergöttin, mit der k.t. nach eigenen aussagen sonst auf kriegsfuß steht, wieder gnädig. wir kamen zum dreimarkstein zurück, wo uns nicht nur eine hirschkäferlady

wilder-westen-hirschkaefer

begegnete, sondern auch eien tafel, die einen weg zur 43er-endstation in dornbach (17. bezirk) verhieß. da k.t. dort in der gegend wohnt, entschieden wir uns für diese abstiegsvariante (wobei der cobenzl eher ein größerer hügel ist. wien liegt ja nicht im gebirge *g*) und landeten in salmansdorf (19. bezirk), einer gegend, die aus weingärten

wilder-westen-weingarten,

heurigen

wilder-westen-buschenschank

und villen

wilder-westen-villa

besteht. wir spazierten also entlang von weingärten entlang eines weinwanderweges, der offenbar zur aufgabe hat, alle paar meter auf tafeln zu erklären, worduch verschiedene weinsorten sich auszeichnen. außerdem gibt es eine skulptur der vielbesungenen reblaus

wilder-westen-reblaus

mit begleitender tafel, aus der hervorgeht, dass dieses übel 1772 aus kalifornien eingeschleppt wurde. jaja, die amis...

auf salmansdorf folgte neustift im walde, auch ein teil döblings, der sich von salmansdorf nicht wesentlich unterscheidet. irgendwann tauchten wir aus den weingärten wieder auf und gelangten in die döblinger zivilisation zurück, d.h. urbanes ambiente und ein bus mit akzeptabelen intervallen, der k.t. zur s- und mich zu u-bahn brachte.


randbemerkung: mein vater hat mir am abend dann erzählt, dass er als kind mit seiern großmutter oft in der gegend vom dreimarkstein schwammerl suchen gegangen ist. das find ich nett.

Samstag, 12. Juli 2008

kirschblütenpark - 1st try

zwei sehr feine umstände in sachen freundInnenschaft, die miteinander prinzipiell nichts zu tun haben, sind:

1. mein herkunftsbezirk floridsdorf, hat einen befreundeten bezirk in tokyo namens katsushika. aus dieser freundschaft resultieren einige gemeinsame aktivitäten, an denen ich vor 100 jahren auch einmal beteiligt war, weswegen mich die sache prinzipiell interessiert. daraus resultieren auch straßennamen wie tokiostraße, nippongasse, bonsaigasse u.a. an der grenze zwischen flodorf und dem 22. in dieser gegend gibt es seit einigen jahren auch den kirschblütenpark, den ich mir immer schon mal anschauen wollte, aber die liste der "eigentlich will ich"-projekte ist lang.

2. 8 jahre ist es her, dass eine freundin so in der nähe von mir gewohnt hat, dass man einander spontan, "auf einen sprung" treffen konnte. ich residiere ja sehr peripher und 12 busstationen von der nächsten u-bahn entfernt, so dass ich immer mindestens eine stunde fahre, um meine sozialkontakte in schwung zu halten bzw. meine lieben geschickt becircen muss, damit sie zu mir rausgondeln. meiner freundin g. ging es bis vor kurzem ähnlich, da sie in einer kleinstadt außerhalb wiens wohnte. umso größer ist unsere beidseitige freude, dass sie jetzt relativ nah bei mir wohnt. ich fahr 20 min bus, sie 5,5 km auto. sehr fein finden wir das.

nun war es gestern nachmittag wieder einmal so weit. wir stellten fest, dass wir einander wegen unserer urlaube nun wohl ein weilchen nicht treffen könnten, außer eben heute ev. spontan am nachmittag, eingeschoben zwischen anderen terminen. wohin? was tun? da fiel mir der kirschblütenpark ein, der sich ganz in der nähe von g.'s residenz befindet. wir begaben uns in eine parkanlage in der nähe. recht nett angelegt, viele sitzgelegenheiten, menschenleer, aber wie g. meinte: "da gibt's keinen einzigen kirschbaum, da gibt's nur hollerstauden."

holunderbluetenpark2 holunderbluetenpark1

also blieben wir im "holunderblütenpark", saßen gemütlich und nahezu ungestört auf einem bankerl im schatten und plauderten. sehr gemütlich und idyllisch. den kirschblütenpark finden wir demnächst bestimmt einmal ganz spontan.

einfache freuden

als erstes gesehen hab ich's bei caroona, angefangen hat die distel und selket sowie esme machen's auch: dinge nennen, die freude machen und nichts kosten, und das über 30 tage hinweg.
ich finde die idee sehr schön und da mir auf anhieb lauter sarkasmen eingefallen sind, sollte ich da wohl dringend mitmachen...

Freitag, 11. Juli 2008

wandervormittag mit behördenweg in kagran

ziel dieses vorhabens war es, einen neuen reisepass zu beantragen, da ich draufgekommen bin, dass man fürs fliegen auch innerhalb der schengengrenzen einen solchen braucht und meiner schon zwei jahre abgelaufen ist. nun gut, ich will in den nächsten paar wochen zwei flugreisen machen, also musste ich die krot wohl fressen.

kagran ist ein teil meines wohnbezirkes, dessen zentrum wohl die gleichnahmige u-bahn-station ist. zwischen der u-bahbstation. außerdem befindet sich in kagran das für mich zuständige amtshaus. zwischen amtshaus und u-bahn befindet sich wiens größtes einkaufszentrum, das dz - in folge der einfachheit und nicht der werbung wegen auch so genannt. also klein queerbeet fährt, bepackt mit ca. 10 büchern, weil sich hinterm amtshaus eine städtische bücherei befindet, zur u-bahnseite vom dz, weil es galt, passfotos zu machen. nach einigem herumwandern entdecke ich einen fotoshop - 17 euro für passbilder. klein queerbeet trabt weiter, findet einen automat,
wo 4 passfotos 6 euro kosten. da diese automaten aber kein geld wechseln und geschäfte sowie der infoschalter das heutzutage auch nicht nehr tun und ich bei der bank weder anstehen noch gebühren zahhlen wollte, bin ich mit meiner beladung durch das halbe dz zurück zu einem supermarkt und habe eine kleinigkeit gekauft, um zu 6 euro zu gelangen.
beim fotografieren hatte ich drei versuche und bei allen dreien sagte der automat, die bilder seien nicht eu-konform, aber nicht warum. ich musste mich dann aber für eine der drei varianten entscheiden. mit den bildern, die ausschauen wie verbrecherfotos, weil ich ganz ernst und gerade in die kamera schauen musste, bin ich dann aufs amt und habe eine nummer gezogen. dann kam mir die idee, ich könnte bei der information wegen der bilder fragen. die sehr freundliche dame dort erklärte mir, dass der kopf auf den bildern zu groß sei und ich doch zum bildermacher gehen soll, der sei genauso günstig wie der automat und dort würde ein mensch alles einstellen und kontrollieren. freundlicherweise erklärte sie mir auch noch, wo ich so einen bildermacher finden würde. selbiger befindet sich im dz u-bahnseitig in einem nebenausläufer, in dem ich schon seit jahren nicht mehr war. das hieß, ich schleppte mich und die bücher erneut durchs ganze dz, ließ von einer netten frau unkompliziert um 5,9 euro die bilder machen und holte sie nach einer viertelstunde, in der ich mir enttäuschende ausverkäufe und den anfang eines krimis zu gemüte führte, ab. die schauen zwar auch aus wie verbrecherfotos, aber sie sind normkonform und mein kopf etwas kleiner. somit habe ich 6 euro verschwendet, aber vielleicht sind die automatenfotos nocheinmal zu gebrauchen.
nach einem erneuten marsch durchs dz war ich wieder am amt und habe mir eine neue nummer geholt. ich wurde nach einer weile mit der niedrigeren nummer aufgerufen und war ganz begeistert, wie schnell die abwicklung der prozedur von statten ging und wie nett die beamtin war, die wie ihre kollegin alle klischees über wiener magistratsbedienstete lügen strafte.
nach insgesamt 38 minuten war ich wieder draußen (bin ich froh, dass ich gleich eine nummer gezogen habe!), habe ich meine höhere nummer an eine wartende verschenkt und bin dann endlich die büchereibücher losgeworden.
mit neuen büchern bewaffnet bin ich dann aber mit dem bus am dz vorbei zur u-bahn gefahren.

drückt mir jetzt bitte alle die daumen, dass mein pass pünktlich vor meiner ersten reise eintrifft!

am nachmittag bin ich übrigens nocheinmal durchs ganze dz gelatscht, weil der bus 3 stationen vor der u-bahn, in deren nähe ich verabredet war, ein gebrechen hatte und ich zu fuß weitermusste. *gnarf* - wieder schwer bepackt mit einem riesigen weißen lavendel. mit shopping oder gar einkaufszentren muss mir in nächster zeit niemand mehr kommen. *ächz*

Donnerstag, 10. Juli 2008

7x4

durch meine lange blogabstinenz bin ich erst jetzt draufgekommen, warum ich ende mai so eine mordsmäßige beule hatte - amanleian hat mich mit einem stöckchen getroffen:

1) 4 Jobs i´ve done:
sekretärin
kuverteuse
übersetzerin
nachhilfelehrerin

2) 4 movies I´ve seen
tipping the velvet
die fälscher
help!
mörder ahoi

3) 4 places I´ve been:
tokyo
florenz
helsinki
jerusalem

4) 4 TV- programmes I've watched:
friends
hart aber herzlich
starmania
mord ist ihr hobby

5) 4 favourite foods:
indisch
italienisch
japanisch
österreichisch

6) 4 places I´d rather be:
toskana
kopenhagen
schottland
nordnorwegen

7) 4 next victims:
nachdem das stöckchen doch schon ein bisschen verwittert ist, wer immer noch nicht hat oder nocheinmal will

Sonntag, 6. Juli 2008

elf jahre lang

war ich mit g. mal mehr, mal weniger intensiv, aber doch immer gut befreundet. dann gab's vor ca. 3 jahren mal einen konflikt, warum auch immer und wir haben nichts mehr von einander gehört. funkstille.
ende mai kam ein mail:

ich wohne jetzt auch in deinem heimatbezirk und habe mir gedacht, ich schick dir ein kurzes mail.
würd mich freun, von dir zu hören!


hat sie dann auch. mittlerweile gingen an die 200 mails hin und her und wir haben einander 3x getroffen. gestern gab's new york-fotos und new york-shopping-beute schauen, weil g. vorige woche in new york zu weilen pflegte. und es war einfach ein total netter abend.

liebe g., schön, dass du wieder da bist!

Freitag, 4. Juli 2008

wie andere das machen,

dass sie früh ins bett kommen, weiß ich nicht. mir gelingt das nie. erfreulicherweise kann ich meistens ausschlafen. heute hat es mich so gegen 11 in den garten gezogen, den ich in letzter zeit teils aus wettergründen, teils aufgrund diverser befindlichkeiten, die meine botanischen gelüste lahmgelegt hatten, sträflich vernachlässigt habe. aber heute war ich wirklich produktiv. mein störrisches balkonkisterl habe ich neu bepflanzt, den topfgarten hab ich endlich so auf- und umgestellt, wie ich es schon seit längerem wollte und den gartenaltar hab ich auch aufgebaut - wollt ich auch schon ewig. ein paar handgriffe hier und da und schon ist es zwei. sagenhaft! aber es war sooooo angenehm nach diesem tropentag, nur 25°C, angenehmer wind. ab und zu ein paar blitze und regentropfen, aber das war nicht weiter störend. ein paar igel sind mir begegnet, und ich habe nur in eine nackschnecke gegriffen. sogar die gelsen waren gnädig - fünf stiche in 3 stunden sind moderat. wenn für ein paar tätigkeiten nicht soch ein wenig licht von nöten wäre, könnte ich mich an diese arbeitszeiten gewöhnen.

Donnerstag, 3. Juli 2008

kari bremnes & lila downs in concert

irgendwann anfang voriger woche surfte ich lustlos auf den programmseiten eines fernsehsenders herum, als mich in einem werbeinserat plötzlich ein name ansprang: kari bremnes. beim jazzfest, das den begriff "jazz" offenbar sehr weit fasst, würde sie zum ersten mal in ö auftreten. da ich schon seit ca. 11 jahren eine glühende verehrerin dieser norwegischen sängerin bin (ich hab von ihr tatsächlich hauptsächlich noch von cds überspielte cassetten), war ich natürlich gleich aufgeregt als wie und musste da hin.

am beginn war ich etwas erbost, weil man vom jazzfest aus offenbar nicht nur mir gesagt hatte, dass kartenreservierung nicht nötig sei, weswegen die schlange an der abendkassa (nur eine kassa offen *augen verdreh*) bis weit in den hof des museumsquartiers reichte, was nicht nur meinen geduldsfaden enorm strapazierte, sondern mich bangen ließ, ob ich überhaupt noch eine karte ergattern würde. außerdem gab es dann keine ermäßigungen mehr - an der abendkassa doch nicht! das hat mich schon geärgert.

aber irgendwann war ich dann drinnen in halle e, dem barocken pferdestall, der m.e. ein sehr schöner rahmen für konzerte ist, und so begann es:



und das war nur der auftakt eines eineinhalbstündigen konzerts, in dem kari bremnes, die neben ihrer fabelfabelhaften stimme auch eine enorme ausstrahlung hat (und überhaupt eine hinreißende frau ist, ähm...), sich quer durch ihr oeuvre sang und zu meiner freude auch zwei lieder von den ganz alten alben, die mir halt vertraut sind, darbot. sogar eine ihrer genialen vertonungen von tove ditlevsens wunderbaren gedichten (mit hjerte hamrer og hamrer) von 1991 war zu hören. die witzigen und eloquenten conferencen zwischen den liedern sollen auch nicht unerwähnt bleiben.
ich war jedenfalls hin und weg und gänzlich verzaubert ;-) und zu meinen altersschwachen cassetten haben sich jetzt auch zwei cds gesellt.

wer lieber englisches mag, kann z.b. auch in deses zauberhafte lied von einem früheren album hineinhören:


nach der pause betrat dann die künstlerin, derentwegen der großteil des publikums eigentlich da war, zum ersten mal eine österreichische bühne: lila downs. ihr musikstil hat mit dem von kari bremens überhaupt nichts gemeinsam und erinnert sehr an den soundtrack zum film "frida". virtuos verbidet sie mexikanische folklore mit pop und am rande auch jazzigem, singt tw. englisch, aber hauptsächlich spanisch. ich fand das konzert eine gute mischung aus fröhlichem und ruhigem, aus politischem, liebesliedern und liedern über den alltag. die sängerin ein unglaubliches energiebündel mit einer stimme über scheinbar alle biologisch möglichen öktaven. faszinierend.



ich weiß zwar nicht, was die jazfest-veranstalter gestochen hat, ausgerechnet diese beide künstlerinnen an einem aben zusammenzuspannen, aber nachdem es nun mal mal so war, vergleicht frau natürlich unweigerlich: so sehr mich lila downs mitgerissen hat, muss ich sagen, dass mir die kühle nordische poesie von kari bremnes seelisch oder mentalitätsmäßig näher ist, aber das hat mich natürlich nicht davon abgehalten, beide konzerte in vollen zügen zu genießen.

Theaternachtrag 5: Johann Wolfgang Goethe: Clavigo

schande über mich! wenn nicht eine freundin freikarten gewonnen hätte, hätte ich in dieser saison das volkstheater ganz ausgelassen, obwohl es einige interessante inszenierungen gab, und meine eltern, die ein abo haben, oft recht angetan waren von dem, was sie dort sahen. aber wenn es die günstigen karten nur an der abendkassa gibt, dann hat man halt keinen festen termin und so geht das volkstheater unter…

schade. denn zumindest clavigo war äußerst sehenswert. sehr straight, modern, schnörkellos inszeniert, und auf jeden fall noch goethe. handlung pur und durch die kargheit doch sehr psychologisch. so mag ich das.

Theaternachtrag 4: William Shakespeare: Die Rosenkriege

so viel vorweg: das beste an diesem theaterabend war, dass er auslöser für einiges nachlesen war. ein bisschen aufpolierung der allgemeinbildung schadet nie. in diesem sinne: das sind die rosenkriege historisch, shakespeare handelt sie in den drei teilen von heinrich VI und in könig richerd III ab (york-tetralogie) das burgtheater macht aus den 4 jeweils abendfüllenden dramen einen einzigen theaterabend, der entsprechend verwirrend ist. bei richard III hab ich mich schließlich ausgekannt (so halbwegs), aber bei den drei heinrichen wurde alles gestrichen, was nicht unmittelbar zur ermordung einer figur führt. intrige - mord -intrige - mord usw. - monoton und einschläfernd - von größtenteils recht ähnlich benamsten personen. zur allgemeinen verwirrung spielen fast alle schauspielerInnen (an der besetzung gibt es nichts zu nörgeln) mehrere rollen, so dass man kaum noch weiß, ob das schon wieder wer neuer ist oder eh noch der alte charakter.

kurz zusammengfasst: die ersten 7 stunden waren öd, langweilig und fad, und ich hab nur deswegen nicht friedlich vor mich hingeschnarcht, weil auf der spärlich besetzten galerie mit anarchischer verve gegen alle theaterussancen verstoßen und weithin geplauscht und gepicknickt wurde, so auch von mir und meiner begleitung. außerdem entspannen sich auch debatten darüber, wer da jetzt wohl ermordet worden sei und wie welcher charakter zu den anderen in beziehung steht.
aber die letzten 15 minuten und besonders das finale waren fulminant, dagegen ist nichts zu sagen. wirklich großartig.
und den letzten bus habe ich dann auch noch erwischt ;-)

Theaternachtrag 3: René Pollesch: Das purpurne Muttermal

wirklich aufgefallen ist mir dieses stück bei der letzten verleihung des nestroy-theaterpreises. ich fand die arbeitsweise von pollesch sehr spannend, das stück, d.h. den text mit den darstellerInnen zu erarbeiten, nur rahmen vorzugeben. sophie rois, die ich sehr schätze und die in ö sonst eh nicht zu sehen ist, spielt auch mit, also schnell das wichtelmädchen, meine getreulichste theaterbegleiterin, überzeugt und los… bevor das stück begann, meinte meine begleiterin, es sei so peinlich, dass sie immer so unvorbereitet ins theater ginge. ihre familie habe gefragt, worum es denn in dem stück ginge, das sie an diesem abend sehen werde und habe keine antwort gehabt. außer erinnerungsfragmenten an das konzept – die nestroy-gala war im herbst, im theater waren wir im mai -, konnte ich auch nichts erhellendes beitragen.
das stück begann, war stellenweise sehr witzig. man hatte ständig den eindruck, es würde eine menge persilfiert, v.a. die film- und theaterbranche. durchaus aufregend war, dass nicht nur auf der bühne, sondern auch hinter den kulissen gespielt wurde, was gefilmt und auf der bühne via leinwand gezeigt wurde. nach 1,5 stunden war es vorbei, und wir waren vergnügt. beim verlassen des theaters meinte das wichtelmädchen: „also wenn mich jetzt wer fragt, worum es gegangen ist, kann ich das noch weniger sagen als vorher.“ – dem ist nichts hinzuzufügen.

Queerbeets bunte Blüten

Life is not a problem to be solved but a mystery to be lived.


wm7

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