Freitag, 18. April 2008

Matrix im Musa

nachdem liebsteste und ich am vormittag hochkant aus dem modepalast im muqua rausgeworfen worden waren, weil wir zu früh dran waren - wer kommt schon auf die idee, dass eine ausstellung erst um 12 uhr aufmacht *augen verdreh* - und so nur den museumsshop entern konnten, der durchwegs charme hat, waren wir am nachmittag erfolgreicher. da waren wir in der ausstellung matrix. geschlechter, verhältnisse, revisionen im musa. medienberichte hatten einiges versprochen, entsprechend gespannt war ich auch. nur muss beim musa immer bedacht werden, dass es nur arbeiten aus der eigenen sammlung zeigt. dementsprechend waren nicht die internationalen highlights zu sehen, die es zum thema gibt, sondern es gab einen österreich- bzw. wien-schwerpunkt, was ja auch recht interessant ist, v.a. bei den ganz neuen arbeiten. an "großen" namen wurde mit elke krystufek (imho schwaches werk), VALIE EXPORT (die altbekannte genitalpanik) und edgar honetschläger (eine nach meinem geschmack nicht unwitzige fotoserie) und friedl kubelka, deren ausgestellte arbeit mich sehr angesprochen hat, geworben. interessanter fand ich jedoch generell die (zumindest mir) nicht bekannten künstlerInnen. besonders die werke von ulrike müller, katrina daschner, magda tothova und einem männlichen künstler, dessen namen mir entfallen ist. leider habe ich nur die bildgeschichte von katrina daschner, "after she disappeared into all these playgrounds", im netz gefunden. der link führt auf die hp der künstlerin. dort weiterklicken: work/foto/1996-99/3-7.
sehr faszinierend fand ich auch den film, der nur die hinterteile von menschen zeigt, die auf einer wiener einkaufsstraße gehen. der name dieser künstlerin ist mir auch entfallen.

aus queer-perspektive am interessantesten war wohl die arbeit von hans a. scheirl, in der er sich als drag king bzw. ftm persönlich in einer tradition verortet. sonst gab es noch fotoarbeiten, die ein wenig mit geschlechterrollen spielen, aber eher traditionell sind.

resümee: nicht die umwerfendste ausstellung, aber kurz mal vorbeischauen lohnt sich durchaus.

Montag, 14. April 2008

meine spleens queerbeet

obwohl kurzsichtig und patschert, habe ich wieder ein stöckchen gefangen:

1. Setze einen Link zu der Person, welche dir das Stöckchen zugeworfen hat.

Endlosfaden heißt die frechdäxin

2. Erwähne die dazugehörigen Regeln in deinem Blog.

Häh? Na, Fragen beantworten

mehr fällt mir dazu auch nicht ein. jede soll betragen, was sie so hat *gg*

3. Erzähle von dir 6 unwichtige Dinge/Gewohnheiten/Macken.

nur 6? das ist ja direkt gnädig...

1. ich lebe zwar in einer art häuslichem dauerchaos, aber ich habe es gerne, wenn meine gewürze alphabetisch geordnet sind.

2. ich bin sehr schnell für alles mögliche zu interessieren und fange alles mit elan an, mache aber selten etwas fertig (vom studium über halb gelesene bücher bis zu basteleien). und ich tüftle gerne perfekte, lückenlose ordnungsysteme aus und lege für alles elaborierte listen an, nutze diese dann aber praktisch nie.

3. ich bin sehr harsch und ungnädig, wenn ich in einem öffi einen sitzplatz will (meistens fahr ich aber auch lang), wenn mich jemand vor 12 uhr mittags anruft (selbst schuld!) und gegenüber hundebesitzerInnen, wenn ihre viebeinigen lieblinge mich anschnuppern, abschlecken o.ä. (ich kann diese tölen nun mal nicht leiden, auch nicht die kleinen, die angeblich süß sind).

4. ich hab gelegentlich (manche würden das jetzt als euphemismus bewerten) die tendenz zu dozieren, gerne mit dem auftakt "dazu hab ich neulich im radio gehört, dass...".

5. sobald etwas meine aufmerksamkeit nicht völlig fesselt bzw. sobald ich irgendwelche entspannungsübungen á la yoga nidra oder autogenes training machen soll/möchte, schlafe ich üblicherweise sofort tief und fest ein, egal, wo ich bin.

6. ich steh wahnsinnig auf weihnachtsdeko, v.a. wenn sie urkitschig glitzert und leuchtet (nur engel mag ich nicht und weihnachtsmänner nur in ausnahmefällen) oder skandinavisch ist (ein hoch auf all die geflochtenen julehjerter!) und ich habe eine kleine dänische fahne im fenster stehen, auch wenn ich oder gerade weil ich den skandinavischen fahnenkult eigentlich recht befremdlich finde.

4. Gib das Stöckchen am Ende deiner Antworten an 6 Leute durch Verlinkung weiter.

also,

esme
anja
elfenzauber
wurzelfrau
ryuu &
spinnerin

lasst mal eure eigentümlichkeiten lesen!

Motortown

letztens war ich zur abwechslung mal wieder im theater. ;-) und zwar in meinem lieblingshaus, dem akademietheater, um mir simon stephens' motortown anzusehen. die handlung ist schnell zusammengefasst: ein mann kommt aus dme krieg nach hause, wird mit dem leben nicht fertig und seine umwelt nicht mit ihm. das ganze evoziert brutale gewalt und natürlich wird gleich einmal eine frau umgebracht. hurra.
nach knapp zwei stunden ist das ganze dann vorbei. hurra!
ich geb' zu, das ganze stück über mit dem schlaf gekämpft zu haben, weswegen ich vermutlich nicht alle feinheiten, so es welche gab, mitbekommen habe. aber die darstellung von roher gewalt auf der bühne habe ich schon soooo oft gesehen und das auch in stücken, die noch anderes zu bieten hatten. psychologische einblicke, (schwarzen) humor, irgendeine sich entwickelnde handlung, whatever. vielleicht liegt's auch an der inszenierung von andrea breth, deren interviews ich immer gerne höre, deren inszenierungen mir aber bisher nie gefallen haben. aber diesmal ist mir die inszenierung als solche eigentlich gar nicht aufgefallen, weder positiv noch negativ. etwas verklärt denke ich da z.b. an den leutnant von inishmore zurück, wo es um terrorismus ging, viel brutalität gezeigt wurde, und wo es dennoch eine menge humor gab, was für mich die grundthematik noch drastischer macht, als wenn es nur um die schiere gewalt geht. so sehr es mich beutelt, wenn ich das schreibe, aber einfach hindreschen und herumbrüllen ist irgendwie fad.

wenn ich das stück schon eher schwach fand, die darstellenden fand ich sehr gut, allen voran natürlich nicholas ofczarek in der hauptrolle, auch wenn er einen für mich etwas befremdlichen akzent pflegte, so dass meine begleiterin, die ihn ihn nicht kannte, arglos dachte, er käme aus dem höchsten deutschen norden. ofczarek hatte aber wenigstens gelegenheit als schauspieler zu agieren und trotz des eindimensionalen charakters seiner figur etwas zu zeigen (mir fällt grad keine gute formulierung ein), während die rollen der anderen - und immerhin haben größen wie andrea clausen, johanna wokalek oder udo samel mitgespielt - nicht viel boten.

Martin Schnur. Schein

die werke des steirischen künstlers martin schnur habe ich voriges jahr auf der viennafair kennengelernt und war recht ratlos, was ich davon halten soll. was wir zu sehen bekamen, waren gemälde, von wäldern, in denen irgendwo als bild im bild bilder von reglos in andersgestaltiger botanik liegenden frauen zu sehen waren. eigentlich haben mir die bilder gefallen, die lichtstimmung verzaubert, die virtuse maltechnik den atem geraubt, andererseits schluckt die feministin ob der leblos hingegossenen frauen und murmelt etwas von "bitte nicht schon wieder" und denkt an die romantik mit ihren zur inspiration der künstler in fragiler schönheit dahingeschiedenen femmes fatales.

heuer gab es jedenfalls im augarten contemporary eine schnur-personale, die mir -zugegeben - entgangen wäre, hätte liebsteste nicht freikarten samt führung gewonnen und mich hingeschleift. dabei wurde ich nicht nur das sexismus-unbehagen des vorjahres los, sondern bin ganz begeister wieder von dannen gezogen. mir hat wahnsinnig gut gefallen, wie der künstler scheinbar harmonische bilder malt, die wirklich schön anzuschauen sind, bis man genauer hinschaut und durch die wahl des bildausschnittes und/oder der komposition seines bild-im-bild-verfahrens aufgerüttelt bis verstört wird. außerdem sind seine licht- und schattenspiele einfach großartig. bzw. meine ich, seine art zu sehen zu nachvollziehen zu können. am oben angegebenen link sind, wenn auch etwas umständlich anzuklicken, einige bilder zu sehen. im original wirken sie zwar eindrucksvoller, aber anschauen lohnt sich auch so.

Donnerstag, 3. April 2008

über eine stunde

hat es heute gedauert, bis ich bei einer augenärztin, bei der ich einen termin vereinbaren wollte, telefonisch überhaupt durchgekommen bin. dann war ich erstmal in der warteschleife. 22 minuten und 50 sekunden, dann habe ich aufgelegt und bin persönlich hingegangen, weil die ordination eh am weg zum von mir angepeilten supermarkt liegt. immerhin hab ich einen termin für mitte mai abgestaubt, konnte es mir aber nicht verkneifen, die sprechstundenhilfe zu fragen, ob ev. das telefon gestört sei. sie erzählte mir, sie habe den hörer neben den apparat gelegt, weil sie am ordinationshandy telefoniert hat und ihr das geläute auf die nerven gegangen ist. *gnarf*

Mittwoch, 2. April 2008

Der Gott des Gemetzels

der gott des gemetzels ist das neueste stück der französischen dramatikerin yasmina reza, und nachdem ich von den beiden anderen ihrer stücke, die ich gesehen habe, dreimal leben und "kunst" (2x gesehen) so unglaublich begeistert war, war ich natürlich extrem gespannt darauf. und nicht nur ich, denn liebsteste hielt mich schon mitte februar nachdrücklich dazu an, karten für ganz knapp nach der premiere, also gestern, zu organisieren. in der bühne habe ich in einem recht netten artikel über das stück gelesen, dass der gott des gemetzels an 60 deutschen bühnen gespielt wird/ wurde. das finde ich beachtlich.

in dem stück geht es darum, dass zwei ehepaare einander treffen um darüber zu diskutieren, dass der sohn des einen paares dem sohn des anderen zwei zähne ausgeschlagen hat. das ist aber nur die rahmenhandlung. es geht um die kommunikation und das verhältnis der paare miteinander und untereinander. da gibt es falsche höflichkeit, versteckte und offene animositäten und aggressionen, wechselnde allianzen. ein bisschen wer hat angst vor virginia woolf á la reza.

das ganze ist meiner meinung nach sehr aus dem leben gegriffen, wiewohl manchmal durchaus ein wenig ins grotteske überezeichnet und mir viel sarkastischer ironie gwürzt. jaaaa, es handelt sich um eine komödie mit französischer leichtigkeit. gelacht habe ich viel. die vier darstellerInnen, christiane von poelnitz, maria happel, joachim meyerhoff und roland koch waren alle grandios, aber meyerhoff fand ich am besten. die drei erstgenannten sind ohnehin lieblinge von mir, während ich roland koch zwar auch schon gesehen, aber mir nicht wirklich gemerkt habe, schon gar nicht den namen. das hat sich jetzt geändert. noch nie hab ich jemand so virtuos speiben gesehen wie von poelnitz.

wenn jemand schon ein reza-stück gesehen hat, wird er oder sie sich jetzt denken, "was ist da jetzt neues dran?" und das ist auch ein bisschen das problem des ganzen. ein tolles stück, ohne frage, und ich empfehle es gerne allseits. aber es ist eben nicht "kunst", eher ein abklatsch vom original, wenn auch kein müder. irgendwie fehlt der fokus, der psychologische tiefgang und letztlich auch die schlusspointe. der gott des gemetzels endet irgendwie abrupt im nichts. auch eine aussage, aber nicht das, was die autorin in "kunst" vermochte.

Dienstag, 1. April 2008

eine gans namens lilli

bei k.t. habe ich einen sehr netten beitrag über eine berühmte sieveringer gans gefunden. und ich muss k.t. recht geben, ich finde die story selbst sowie das denkmal sehr wienerisch. ich muss mich von k.t. *winks* wirklich einmal in den wilden westen meiner heimatstadt bzw. in die noblichen gegenden á la sievering entführen lassen, weil ich (in letzter zeit öfter) feststelle, dass ich mich dort überhaupt nicht auskenne.

p.s.: nachdem sich k.t.'s blogeintrag nicht direkt verlinken lässt: es ist der vom 29.3. 2008

Montag, 24. März 2008

ich bin eine tarotkarte

auch ich kann diesen persönlichkeitstests nie widerstehen. diesen hier habe ich als erstes bei caroona entdeckt. lobend erwähne ich, dass dieser test nicht nur die üblichen zwei genders kennt.

You are The Lovers

Motive, power, and action, arising from Inspiration and Impulse.

The Lovers represents intuition and inspiration. Very often a choice needs to be made.

Originally, this card was called just LOVE. And that's actually more apt than "Lovers." Love follows in this sequence of growth and maturity. And, coming after the Emperor, who is about control, it is a radical change in perspective. LOVE is a force that makes you choose and decide for reasons you often can't understand; it makes you surrender control to a higher power. And that is what this card is all about. Finding something or someone who is so much a part of yourself, so perfectly attuned to you and you to them, that you cannot, dare not resist. This card indicates that the you have or will come across a person, career, challenge or thing that you will fall in love with. You will know instinctively that you must have this, even if it means diverging from your chosen path. No matter the difficulties, without it you will never be complete.

What Tarot Card are You?
Take the Test to Find Out.

ein bisschen fühle ich mich jetzt wie albus dumbledore, nur dass ich nicht so damenhaft bin. ;-)

Montag, 17. März 2008

p.s. zum vorigen eintrag

ich musste, als ich mich bei gartenzauber zuerst wie vor einer prüfungskommission fühlte und mich bei der beschwerde, dass ich mich tagelang nicht gemeldet habe (vorstellung am freitag, abmeldungsmail am sonntag), ernsthaft fragte, ob die leibeigenschaft doch noch nicht abgeschafft wurde, an einen chat vorige woche denken. da lud eine chatterin eine andere ein, einer mailingliste beizutreten, der sie und ich angehören. die eingeladene war etwas unschlüssing und ich witzelte, sie müsse auf dieser liste schon ihre seele verkaufen... so viel zu blöden scherzen ;-)

an dieser stelle knuddle ich mal ganz ganz öffentlich meine lunaren schwestern und die regenbogenhain-mitlisties. schön, dass es euch gibt!

die sache mit dem namen oder leut' gibt's, die gibt's nicht

in den letzten tagen habe ich ein wenig darüber nachgedacht, warum es bei der kommunikation via internet so wichtig sein kann, den bürgerlichen namen der gesprächspartnerInnen zu kennen.

anlass dafür, dass ich mich bei einer yahoo-group namens gartenzauber angemeldet habe. von der listenbesitzerin wurde ich aufgefordert, mich vorzustellen. in diesem begrüßungsmail stellte sie sich auch selbst kurz vor, was ja eine gängige praxis ist, um neuankömmlingen beizubringen, was sich die liste unter einer vorstellung vorstellt, und benutze dabei auch einen bzw. ihren real life-vornamen. ich dachte mir dabei nicht viel und stellte mich nach dem schema im begrüßungsmail vor, allerdings unter einem nick. die vorstellung selbst war auch nur mittelaussagekräftig, aber ich habe dazu eingeladen, fragen zu stellen.
dass die listies alle per real name miteinander kommunizieren, konnte ich zu diesem zeitpunkt ja nicht wissen, wurde ich doch erst mit dem vorstellungsmail freigeschaltet. prompt kam auch ein freundliches begüßungsmail von einer teilnehmerin, die darin verlangte, ich möge doch meinen richtigen namen angeben. gut, wäre kein problem. danach folgten ein paar mails von anderen, die festhielten (und einander dabei rechtgaben), dass sie sich sicher nicht die mühe machen würden, mich zu begrüßen oder gar willkommen zu heißen, solange ich nicht meinen namen sagen würde und mich und meinen garten nicht ausführlicher vorstellen würde. dabei wurde von mir hauptsächlich in der dritten person gesprochen, was ich überhaupt schräg fand.

ich war da schon etwas angesäuert und habe mir mal näher angeschaut, was die liste mir bietet, bevor ich mir da unnötige mühen mache und festgestellt, dass die auch inhaltlich nicht zu mir passen. von den manieren her sowieso nicht. *naserümpf* also habe ich mich mit einem höflichen mail wieder verabschiedet. dass mir aus dem wald ganz anders zurückgerufen wurde, hat mich nicht gewundert.

gewundert hat mich allerdings, warum die nennung des richtigen namens für mehr authentizität steht. ich habe auch mailinglisten kennengelernt, wo es usus ist, einander mit vornamen anzureden, entweder weil es die liste auf irl-treffen angelegt ist oder, weil ich vermute, manche "echte" vornamen vielleicht finden als nicks. ich sag dann auch immer brav meinen namen, weil mir das echt wurscht ist, aber wer garantiert, dass es der richtige ist? wer weiß schon, ob ich wirklich heidelinde, edeltraut oder jasmin-jacqueline heiße? und wenn es gewünscht wird, heiß ich dazu noch havlicek oder mitterbauer. was soll's...

erstaunlich, was es alles an tagen gibt...

am freitag habe ich in was gibt es neues? gelernt, dass der 14.3. zum pi-tag erklärt wurde. asaaki hat darüber gebloggt. heute habe ich erfahren, dass es einen world wide knit in public day gibt, heuer am 14.6.
was den amis nicht alles einfällt!

vielfach aufgezogen

werde ich von manchen meiner lieben, weil ich dauernd ö1 höre, aber es ist einfach unterhaltsam, interessant, bildend und überhaupt.
gestern abend war es einfach nur schön. die bachsche johannes-passion gespielt vom concentus musicus wien unter nikolaus harnoncourt mit dem arnold schönberg-chor, michael schade und vielen anderen. dazu tee trinken und ein bisschen die pinsel schwingen. das ist einer der vielen wege zu glückseligkeit...

Samstag, 15. März 2008

kein wunder, dass ich friere...

eigentlich mache ich ja fast jeden tag einen kleinen gartenrundgang, weil um diese jahreszeit einfach jede neue blüte, jede neue knospe eine riesenfreude ist, wie die mutter meiner nachbarin es heute so treffend formulierte. und es tut sich ja auch jeden tag was. heute scheint auch wunderschön die sonne und so habe ich mich auch mal wieder mit der kamera ausgerüstet, nur schnell die lieblingsstrickjacke über mein t-shirt gezogen und hinaus.

krokuskisterl

seit ich das letzte mal berichtet habe, hat sich eine menge getan: die eine einsame iris ist längst abgeblüht und auch die schneeglöckerl beginnen, sich zu verabschieden. dafür erscheinen an den unmöglichsten plätzen primeln in hülle und fülle, jeden tag ein paar neue.

primeln_bunt

die zwergnarzissen, die ich vorigen herbst gesetzt habe, blühen schon, einige hyazinthen zeigen schon etwas violett und so mancher krokus steht auch in voller blüte. die anderen zwiebelblumen zeigen nach einigen regentagen kräftig blätter.

bux_u_narzissen

die fetthennen (sedum) treiben jetzt auch in den beeten schon an, was sich besonders neben neben den hauswurzen sehr fein macht (wenn ich dann endlich mal das verblühte vom vorjahr abschneiden würde auch so richtig *hüstel*). als die voriges jahr zusammengepflanzt habe, habe ich gar nicht daran gedacht, dass ich mir da eine kleine sukkulentenzone errichte, die in sich sehr reizvoll sein könnte.
der marillenbaum hat auch schon kleine rosa knospen und die weiße clematis, die himbeeren und die ribisel treiben auch schon aus. die forsythie steht wegen nachbarlicher sabotage nicht in voller pracht *gnarf*, aber trotz nachbarlicher sabotage in voller blüte *triumphierend schau*.

marillenbaum_knospen

letzes jahr mussten meine großeltern ihren garten aufgeben. für mich hat das bedeutet, dass ich wie eine irre pflanzen ausgebuddelt habe, drei (kombi-)wagenladungen voll, dann trat mein vater, der autobesitzer und chauffeur, in streik *g*. danach war ich zwei, drei wochen fulltime damit beschäftigt, meine errungenschaften in meinen bis dahin auch nicht gerade unbewachsenen garten zu integrieren. mir hat dieses projekt sehr viel bedeutet, weil mein garten ja von den anderen großeltern ererbt ist und jetzt für mich irgendwie zu beiden familien gehört. außerdem freut sich meine oma wahnsinnig, dass ich so viele von ihren heißgeliebten blumen übernommen habe.

weil ich so vieles um- und neugepflanzt habe, teilweise auch pflanzen, die jahrzehnte am selben fleck gestanden sind und ganz andere boden- und wetterverhältnisse gewohnt sind, ist das heurige gartenjahr für mich besonders aufregend. außerdem ist es mir bei den schätzen meiner oma eine noch größere herzensangelegeheit als bei den anderen, dass sie gedeihen.

langer rede kurzer sinn - bis jetzt schaut es auch gut aus: die fetthennen habe ich schon erwähnt, hortensien und rosen treiben auch schon zart aus und das purpurglöckchen hat auch gut überwintert. die funkien in beet wie topf zeigen schon kleine spitzen.

im vorgarten treibt omas große weiße hortensie auch schon aus sowie ein paar wenige der zig großmütterlichen pfingstrosen. die bergenien werden immer schöner,

bergenie2

genau wie die leberblümchen, die liebsteste mir geschenkt hat, und die sich auch munter ausbreiten. ihr ostergeschenk vom vorjahr, ein viburnum tinus, lässt ein paar neue blätter sprießen. außerdem blüht das letzen sommer arg zerteilte immergrün allenorts und bildet an seinem stammplatz neue ableger. ein paar traubenhyzinthen blühen auch schon. die glyzinien haben kleine blatt- und die berberitzen ansehnliche blütenknospen.

im "waldgarten" steht der ranunkelstrauch ganz kurz vor der blüte, während die kleine kleeoase im "wald" wunderhübsch weiß blüht und mitten im allmächtigen efeu eine kleine filiale bildet, was zuerst einmal mein erstaunen hervorgerufen hat, weil sich mitten im efeu normalerweise keine zarten weißen blümchen finden. ;-)

so bin ich herumgestapft, habe fotographiert, bis der aku, der gestern schon die wohnen&interieur-messe überstehen musste, aufgegeben hat, mir eigentlich gar nichts gedacht die ganze zeit und festgestellt, dass es ziemlich kühl ist. also bin ich ins haus und war ganz alarmiert, das es so still war. ich hatte doch die waschmaschine angeworfen, bevor ich raus bin. ich stürze also in küche, stoßgebete formulierend, dass die guteste nicht schon wieder hin sein möge... war sie auch nicht, sie war nur schon lange fertig. 2 stunden war ich draußen... "geplant" war vielleicht ein viertelstündchen, entsprechend war ich adjustiert. kein wunder, dass mir kalt war. seltsamerweise ist mir das aber erst aufgefallen, als ich mich anschickte, wieder ins haus zu gehen bzw. im geiste eine lange garten-to-do-liste zu komponieren.

Donnerstag, 13. März 2008

bohnenstangen auf diät

weil es in meinem fall medizinisch durchaus sinnvoll ist, das ein oder andere kilo zu verlieren und ich in dieser hinsicht gleichermaßen einsichtig wie lätschert bin, hab ich dieses semester am usi einen gewichtsmanagement-kurs (link zu pdf) inskribiert.
inhaltlich entspricht er voll meinen erwartungen, aber die teilnehmerinnen (ja, bezeichnenderweise nur frauen) ganz und gar nicht.
ich hätte mir erwartet, dass die meisten figurmäßig in etwa mein kaliber sind. warum sollte man sonst abnehmen wollen?
denkste! eine rangiert kleidergrößenmäßig schätzungsweise im bereich 34/36 (wenn überhaupt 36) und die meisten anderen haben vielleicht einen kleinen schmwimmreifen oder hüften, aus denen halt nicht die beckenknochen rausstehen. so im bereich idealgewicht + 10 kg.
dazu kommt, dass einige der mädels gerade 19 sind oder vielleicht 22. natürlich gibt's auch ältere, bis hin zur pensionistin. aber diese teenager und anfangstwens schockieren mich. in der vorstellungsrunde erklärten sie alle, ja sie wollen abnehemen und die ganz zarte fand sich wegen falscher ernährung zu schlaff. dass fast alle mindestens zweimal pro woche sport machen, ist auch klar. aber mehr ist doch sicher nötig.

wo sind wir gelandet? als ich in diesem alter war, war ich auch längst jenseits dieser gewichtsproblemchen, aber auch in meinem umfeld war das kein thema, dass man mit ca. größe 40/42 abspecken muss und dass man, wenn man eh schlank ist, vielleicht doch die falsche körperzusammensetzung hat, weswegen man bzw. frau sich unbedingt irgendwie ummodeln muss. da bestand keine panik, dass in einem quasi fettfreien körper zu viel fettanteil sein könnte. und man konnte auch noch essen, ohne sich bei jedem bissen zu überlegen, wie man sich ernährt.
irgendetwas läuft da völlig falsch. ungesundes übergewicht ist das eine, aber die bandbreite des normbereichs das andere, variantenreiche, schöne.

bodecea hat kürzlich eine grandiose tirade zum thema verfasst.

und ich geh inzwischen weiter in den abnehmkurs und fühl mich dort dick. *gnarf*

die post bringt allen was...

- wie es in der werbung so schön heißt -

... es fragt sich nur wann...

manchmal öffnet eine einfach nur die tür ihrer villa kunterbunt, um lieben besuch zu empfangen, und wird schon rundum überrascht. zum einen hat es über nacht meinen streusplittkübel zerfetzt. weshalb, wird wohl ewig im dunkeln bleiben.

zum anderen fand sich ein etwas malträtiertes dhl-packerl auf den stufen vorm haus, das mein weitwurftrainierter postler wie üblich über zaun und vorgarten geschleudert hat. ebay-abstinent wie ich seit längerer zeit bin, gab's eigentlich keine erklärung für post aus deutschland, der absender sagte mir auch nichts, also flugs hineingeschaut...

.. und siehe da, es geschehen noch zeichen und wunder... am 23.9. hab ich bei ebay drei bücher ersteigert, die die verkäuferin, wie sie mir hoch und heilig versichert hat, auch gleich auf die reise geschickt hat (hat sie auch) und die ich mittlerweile in den rauchfang geschrieben hatte. ich bin aber auch ungeduldig!

jaja, in 80 tagen um die welt, in 5 1/2 monaten von schleswig-holstein nach wien...

Mittwoch, 12. März 2008

das "wiener modell"

dass wien durch die jahrhunderte eine besonders schaurige geschichte hat, was den antisemitismus betrifft, weiß ich. dass es die wienerInnen während der nazi-zeit in bezug auf die demütigung, beraubung und vertreibung der jüdischen bevölkerung ärger getrieben haben als die einwohnerInnen anderer städte, weiß ich auch. und ich weiß auch, dass eichmann in wien quasi einmal geübt hat, bevor er in ganz europa mordete. klar, ich interessiere mich schließlich für geschichte und halte mich auch für politisch aufmerksam.

gestern habe ich anlässlich des heutigen jahrestages des "anschlusses" im radio gehört, dass die organisierte gewalt gegen jüdinnen und juden schon in der nacht des 11.3., also vor dem einmarsch, begonnen hat und so brutal war, dass es den nazicapos zu viel war, weil es ihnen zu unkontrolliert abgelaufen ist. letztlich haben sie aber das, was da passiert ist, als "wiener modell" in ihre vernichtungsstrategien übernommen.

gendenktage wie den heutigen gibt es ja öfter und ich finde sie auch immer wichtig, weil ich immer der meinung bin, dass man, v.a. wenn man sich gegenwärtige wahlverhalten und die politische wurschtigkeit meiner lieben landsleute anschaut, nicht oft genug darauf hinweisen kann, was in diesem land, das ja so lange opfer war *würg*, alles passiert ist. das alles mit dem hintergrund, dass frau sich ja selber auskennt, sich historisch informiert hat, meterweise literatur zum thema verinnerlicht hat usw. - typisch überheblich halt, wie man halt so tut, wenn frau weiß, was für "die leute" wichtig ist. wenn frau sich bei der meldung, dass sich der hakoah (hochdekorierter jüdischer sportverein in der zwischenkriegszeit) sich wieder im prater (angestammter ort bis 1938) ansiedelt, das sehr fein findet, dann braucht's wohl eine meldung wie die vom "wiener modell", um zu sehen dass so manche gedenktage nicht nur für "die leut" bitter nötig sind, sondern auch für eine selbst.

Queerbeets bunte Blüten

Life is not a problem to be solved but a mystery to be lived.

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