Donnerstag, 29. Juli 2010

Anschlussverwendung

ab heute gibt es hier eine neue kategorie, die ich schon länger einführen wollte: wörter, die ich mag oder eben nicht. heute fange ich leider mit einem negativbeispiel an.
"anschlussverwendung" - soeben und zum ersten mal gehört im ö1-mittagsjournal. ein experte für die arbeitslosigkeit in deutschland meinte, dass viele der zur zeit arbeitslos gemeldeten bis ende august ihre anschlussverwendung finden würden. es lebe das humankapital!

Donnerstag, 1. Juli 2010

queerbeets nationalgefühle

ich bin normalerweise relativ frei von nationalgefühlen. das ist eine kategorie, in der ich selten denke, aber zur zeit haben sie mich gepackt und zwar geniere ich mich unglaublich dafür, österreicherin zu sein. grund dafür ist die asylpolitik in diesen land. nicht nur, dass die gesetze immer strenger werden, so dass eh immer weniger menschen das "recht" haben, sich in der alpenrepublik anzusiedeln. ö schiebt freudigst menschen ab, die sich, während ihre asylverfahren jahrelang dauern, perfekt integriert haben. das bekannteste beispiel ist sicher die familie zogaj, die schon längst ein fall geworden ist. aber wie unsere liebe innenministerin meinte, arigona, das bekannteste familienmitglied, kann ja einen österreicher heiraten, wenn sie hier leben will. und tschüss. gnadenhalber dürfen sie und ihre jüngeren geschwister noch das schuljahr abschließen. dafür müssen sie freiwillig ausreisen und nicht die fremdenpolizei in einer nacht und nebelaktion bemühen. ihre tickets zahlen sie dann auch selber. ein fairer kompromiss für österreich. dass die familie seit jahren zerrissen ist, weil ein teil schon abgeschoben wurde, die mutter - oh wunder! - mittlerweile psychisch krank ist und arigona im kosovo keine chance hat einen job zu finden, zumal sie glaublich die sprache gar nicht gut kann - egal. wie frau fekter meinte, sind sie selber schuld. hätten sie nicht alle rechtlichen instanzen bemüht und sich gleich abschieben lassen, hätten sie gar keine existenz in ö aufbauen können, diese schmarotzer im rechtssystem.

weniger prominent, aber auch in den medien war der fall von zwei nigerianern, die auch nach jahrelangen verfahren fein integriert waren und trotzdem abgeschoben wirden. schließlich sind doch alle afrikaner drogendealer. dass der eine in nigerien um sein leben fürchten muss weil er schwul ist - egal. dass der andere sich nicht mehr in seinen deutschkurs getraut hat, weil er vor der fremdenpolizei angst hatte - wurscht, braucht er eh nicht in nigerien.

in der gegend in der ich aufgewachsen bin, hat ein türkischer verein ein gebäude gekauft, um dort ein kulturzentrum einzurichten. neben einem gebetsraum und einem geschäft, soll es dort einen (deutschsprachigen) kindergarten geben und deutschkurse sollen angeboten werden. meine eltern haben die höchst engagierten initiatoren kennengelernt und erfahren, dass es ihnen darum geht, türkInnen dazu zu motivieren, ihre kinder in einen kindergarten zu schicken und eben selber deutsch zu lernen. dort haben sie dann die kulturellen bedingungen, mit denen sie sich wohlfühlen. viel gelungener kann man imho integrationnicht angehen, als dass man die erreichung der angestrebten ziele nach den bedürfnissen der migrantInnen ausrichtet. prompt gibt es eine bürgerinitiative dagegen und weil in wien gerade wahlkampf ist, ist die "daham statt islam"-partei auch lautstark am plan. letztens war über diesen konflikt einen sendung im fernsehen. da war deutlich zu sehen, dass sich die gegnerInnen überhaupt nicht mit dem projekt auseinandersetzen, sondern schlicht keine ausländer und schon gar keine moslems wollen. außerdem wird um parkplätze gefürchtet.

ich geh ja nicht gerne auf demos, aber heute tut's mir echt leid, dass ich nicht mobil genug bin, um an der sos-mitmensch-demo heute teilzunehmen. ich hoffe, die leute hängen nicht alle in den eissalons oder auf der donauinsel herum, sondern genieren sich, sind aufgebracht oder sonstwie motiviert, um sich trotz der affenhitze die innenstadt anzutun.

imammania, superimam oder einfach nur irre

heute höre ich im mittagsjournal, dass es in malaysien jetzt eine castingshow für imame gibt. dem sieger winkt eine anstellung in einer moschee in kuala lumpur. hier gibt's einen artikel dazu. und nein, es ist wirklich der 1. JULI.

footicap-zwischenbilanz

zuerst einmal möchte ich allen danken, die mir nach meinem letzen blogeintrag via verschiedenster medien besserungswünsche geschickt haben. das hat mir seelisch viel gegeben, nachdem ich nach der diagnose ziemlich am boden war.
die erste woche habe ich mit liegegips bei meinen eltern verbracht, was eigentlich recht gut funktioniert hat - sowohl mit den eltern als auch mit dem gips. man gewöhnt sich irgendwie ans herumhüpfen. zweimal bin ich umgefallen, aber einmal aufs bett und einmal gegen eine wand, so dass mir nichts passiert ist.

in sachen gehgips habe ich mir auf anraten einer gipserfahrerenen freundin einen leichtgips aus plastik erkämpft und bin sehr froh drüber, weil der auch schon relativ schwer ist. gut daran ist sicher auch, dass da nicht so eine absatz miteingegipst wird, sondern dass man eine sandale bekommt, die man über dem gips anzieht. damit geht es sich bestimmt leichter. auf meine überlegungen, ob es tipps gibt, wie ich mit meinem gips am besten umgehen soll, meinte eine andere freundin "am besten ist, du gehst möglichst wenig damit um", womit sie leider recht hat. ich kann zwar problemlos gehen, aber strecken, die weiter sind als der gang zum nächsten supermarkt, sind nicht so angenehm. die gegipste wade läuft an und der rand des gipses drückt beim abrollen auf den oberen fuß, und ich bin überzeugt, dass ich schon eine kleine blase hatte. irgendwann hat sich die hüfte auf der anderen seite schmerzhaft gemeldet, was ich auf das schiefe gehen zurückführe. seit gestern ist es wieder eine spur besser. möge diese entwicklung weitergehen. woran ich nach 22 injektionen immer noch nicht gewöhnt bin, sind die anti-thrombosespritzen, die ich mir verabreichen muss. zugegeben bin ich was nadeln in meinem körper anbelangt generell eine zimperlise.

eine böse überraschung war, dass sich, als ich das erste mal nach meiner heimkehr meinen pc eingeschaltet habe, dieser nicht mehr hat hat starten lassen. das hatte dann zwei wochen offline-sein zur folge, was ich generell schlimm finde und in kombination mit meinem hausarrest besonders unlustig fand. irgendwie habe ich mich von der welt und der kommunikation mit ihr abgeschnitten gefühlt. seit montag hat das netz mich wieder, wenn auch in maßen, weil ich trotz beinhochlagerkiste unter dem schreibtisch mich immer wieder hinlegen muss. diesbezügliche bedürfnisse kommuniziert der gipshaxen aber eh recht deutlich.

heute ist mir beim dusche ine missgeschick passiert. offenbar habe ich den müllsack, den ich mir dazu über den gips ziehe nicht gut genug zugepickt. jedenfalls sind die watteschichten under dem plastik ziemlich durchnässt. wie ich diesbezüglich vorgehen soll, weiß ich noch nicht. laut dem bandagisten, der mir den gips verpasst hat, hat man praktisch keine chance, dass das jemals wieder trocken wird. vielelicht warte ich bis morgen ab, ob es ein bisschen besser wird.

Montag, 7. Juni 2010

happy birthday to me

dieses wochende ist auch in wien der sommer ausgebrochen und entsprechend habe ich meinen geburtstag am sonntag geplant: nach einem konzert am vormittag wollte ich mit einer freundin nach klosterneuburg fahren und den stiftgarten besichtigen, der für seine rosen bekannt und fast nie für die öffentlichkeit zugänglich ist. abends wollten wir dann noch auf eine vernissage im rahmen der wiener festwochen. alles sehr nach meinem geschmack, und ich habe mich richtig darauf gefreut.
samstag nachmittag habe ich das schöne wetter zuhause genossen und es mir unter dem marillenbaum im garten bequem gemacht. beim wegräumen ist es dann passiert: ich bin über eine wegplatte gestolpert und der längs nach hingefallen. ich habe einige schürfwunden davongetragen und konnte mit dem rechten fuß nicht wirklich gut auftreten. das hat mir einige flüche abgerungen, aber ich war zuversichtlich, dass sich so eine "verknacksung" über nacht auch wieder legt. dem war leider nicht so und meine feinen pläne waren alle zunichte, weil am sonntag an gehen nicht zu denken war. erfreulicherweise ist die freundin, mit der ich den tag verbringen wollte, zu mir gekommen und hat sich um mich gekümmert.
heute vormittag ist mein vater dann mit mir ins unfallspital gefahren. nachdem ich außer beim auftreten keine schmerzen hatte und auch alles bewegen konnte, habe ich mir gedacht, dass ich meinen fuß verstaucht habe und einen stabileren verband bekommen würde. mein vater meinte, man würde mir wohl irgendeine salbe verschreiben. er hatte unrecht, ich teilweise recht. mein verband ist sehr stabil. da ein fußwurzelknochen gebrochen ist, habe ich jetzt für eine woche einen liegegips. dann kommen noch vier wochen gehgips auf mich zu. das hat sich ausgezahlt...

vom spital ging's dann zu meinen eltern, wo ich kläglich daran gescheitert bin, einbeinig die sieben stufen ins hochparterre hinaufzuhüpfen. ich darf mit dem gips nämlich keinesfalls auftreten. ich bin dann sitzend die stiege hinaufgehoppelt, meine mutter hat einen sessel geholt, auf den habe ich mich mühevoll hinaufgewurschtelt und von dort aus bin ich schließlich mit meinen krücken aufgestanden. mich hat ziemlich die krise ereilt, weil ich mich so entsetzlich hilflos gefühlt habe. wie bitte soll ich allein zurechtkommen, wenn ich zum gehen und stehen jeweils zwei krücken brauche? da kann ich mir nicht einmal ein brot schmieren. ich hab mich auch ziemlich geärgert, dass es im krankenhaus hieß: so, sie haben jetzt für eine woche einen liegegips. lagern sie das bein hoch und kommen sie in einer woche wieder. wie sie das managen, bleibt ihnen überlassen. viel spaß! wenn sie alleinstehend sind, selber schuld.

ich wohne jetzt wieder bei meinen eltern und gehe ihnen auf die nerven. ich bin sehr dankbar für das angebot, weil ich echt nicht wüsste, wie ich daheim zurechtkäme.

Freitag, 28. Mai 2010

eine geisha schminkt sich

genau das ist in diesem video eine halbe stunde lang zu sehen (obwohl sie sehr routiniert und flott werkt) und hat mich schwer fasziniert:




gefunden habe ich dieses video bei alexis solvey viorsdottir. anders als alexis hatte ich weniger das gefühl, etwas intimes zu sehen, sondern im gegenteil die verwandlung einer jungen frau in eine standardisierte männerfantasie, also eine völlige entpersonalisierung. besonders eindrucksvoll finde ich, wie sie diese tünche eine viertelstunde lang richtig in ihr gesicht hineinschraubt. schaurig, aber irgendwie faszinierend in der kühle und konsequenz. a penny for her thoughts...

auch bei alexis habe ich diesn japanischen namensgenerator entdeckt. ich kann ja solchen spielereien nie widerstehen und bin immer ganz hingerissen davon, dass leuten so etwas nicht nur einfällt, sondern dass sie es auch noch mühevoll umsetzen und gar verbessern.

queerbeet heißt weiblich nakamura kumiko (center of the village und eternal beautiful child), wobei ich nicht verstehe, warum man wollen kann, dass jemand so heißt. als männlicher name heißt queerbeet nakamura kyousuke (center of the village und mediate the capital). das find ich überhaupt kurios.

aber was geb ich auch so einen komischen namen ein... mein irl vorname, der sich auf japanisch eh gut aussprechen und schreiben lässt, verwandelt sich in midorikawa ayumu (green river und walk, deeper meaning: walk your own way). das finde ich trotz wasserscheue befriedigender als die hübsche dorfmitte ;-)

Donnerstag, 27. Mai 2010

zielgruppenorientierte werbung

nenne ich das, wenn am arbeitsamt im warteraum der katalog eines juweliers aufliegt.

Sonntag, 18. April 2010

heute abend orf 2

zuerst wird anlässlich der bundespräsidentenwahl nächste woche eine diskussion der beiden herausforderInnen von uhbp gesendet - ja genau, der reaktionäre christliche fundi gegen die stramme nazi. danach läuft rosas höllenfahrt, rosa von praunheims film über "Die Idee der Hölle als ein Ort der Strafe und Zustand der Qual" (orf-programmseite).
waren da bei der programmgestaltung geniale scherzböldInnen am werk oder gibt es doch zufälle?

Montag, 1. März 2010

queerbeet im kino

ich gehe selten ins kino. 1. ist es mir zu stressig, in sachen film immer up to date zu sein. ich bemüh mich diesbezüglich in sachen theater und ausstellungen, das reicht mir und ist mir im zweifelsfall auch lieber. 2. finde ich kino zu teuer. eine karte kostet 7-8 euro. wenn man zu zweit hingeht, kann man sich die dvd auch kaufen, wodurch man den fahrschein spart, sich den film gegebenenfalls nocheinmal anschauen kann und das alles bequem zuhause. und im theater seh ums selbe geld live echte menschen.

deswegen gehe ich selten ins kino, meine längste pause war glaublich 2 jahre lang. letztes jahr war ich im juni 1x beim identities-festival, weil ein queeres skandinavisches kurzfilmprogramm nicht ignorierbar ist ;-) und im herbst einmal im
hildegard von bingen-film, vor den ich hier gewarnt habe. heuer war ich auch schon 2x im kino und zwar letzte woche. am dienstag war ich im filmcasino, weil eine freundin von mir einen 2-karten-zum-preis-von einer-gutschein hatte und den mit mir cineastischer geizkrägin geteilt hat. dafür musste sie (ja, wenn man mir den kleinen finger reicht...) gleich in einen norwegischen film (omu). sie hat's aber stoisch ertragen und fand den film sogar sehr gut. ich auch.



in nord geht es darum, dass ein mann erfährt, dass er einen vierjährigen sohn hat, worauf er sich mit einem schneemobil und viel schnaps gepäck nach nordnorwegen aufmacht, um ihn kennenzulernen. ein sehr winterliches roadmovie also, mit sehr viel skurrilem humor. sehr skandinavisch. *schmacht*

gestern habe ich im rahmen der queer film nights fuera de carta, eine spanische komödie, gesehen und dabei tränen gelacht.

ein schwuler restaurantbesitzer muss nach dem tod seiner exfrau plötzlich die gemeinsamen kinder, mit denen er bisher keinen kontakt hatte, erziehen, außerdem will er für sein lokal einen michelin-stern erobern, und er verliebt sich in einen ex-fußballer, auf den seine beste freundin auch steht. die charaktere sind trotz der tw. klischeehaftigkeit sehr gut gezeichnet und bieten den schauspielerInnen sehr viel raum, um ihr können zu zeigen. so etwas mag ich sehr gerne. das ganze ist sehr turbulent und wirklich unglaublich lustig. der trailer gibt das leider nicht wieder, aber vielleicht einen kleinen eindruck.

queerbeet durchs mq

das leopoldmuseum, die kunsthalle und das mumok (für nicht-wienerInnen: die sind nebeneinander im museumsquartier) boten im februar ein kombiticket an, mit dem man am donnerstag von 17-21 uhr um 5 euro alle drei museen besuchen konnte. allerdings haben sie diese aktion nicht beworben, weswegen frau wichtelmädchen und ich (wir sind unabhängig von einander gleichzeitig und zufällig draufgekommen und waren bei nächster gelegenheit dort *ggg*) fast alleine waren.

zuerst waren wir im leopoldmuseum:

waber retrospektiv, eine übersicht über das lebenswerk von linde waber. frau wichtelmädchen war vor ein paar jahren im rahmen einer uniexkursion bei ihr und schwärmt seither vom beerenbuffet, mit dem sie bewirtet wurde, außerdem war sie in ein gartenkunstprojekt involviert, das ich sehr nett fand. umso gespannter war ich auf die wabersche kunst und war generell sehr angetan - nicht von allem, aber von den meisten bildern. besonders mochte ich das struktur-tiefenverhältnis in ihren abstrakten gemälden der letzten jahre, aber auch einige ihrer holzschnitte fand ich faszinierend. einen großen schwerpunkt bildet die auseinandersetzung mit japan, die ich größtenteils ziemlich ungewöhnlich finde.
jedenfalls finde ich es schade, dass linde waber der breiten öffentlichkeit ziemlich unbekannt ist. da gibt's männliche künstler ihrer generation, die weniger können und mehr kohle machen - wie immer. ich wünsche ihr, dass die ausstellung sie ein wenig bekannter macht.

bambus, blech und kalebassen: eine miniausstellung, bei der spielzeuge gezeigt werden, die kinder aus enwicklungsländern aus materialien angefertigt haben, in deren nähe man kinder bei uns unter keinen umständen lässt. hauptsächlich handelt es sich um fahr- und flugzeuge.

eigentlich wollten wir noch einen rundgang durch die schiele-sammlung des hauses machen, weil die einfach sensationell und immer sehenswert ist, haben es aber aus zeitgründen verschoben und sind in die kunsthalle rüber.

tropicália - die 60s in brasilien: diese ausstellung wurde in radio und fernsehen ziemlich intensiv beworben und ich dachte, dass sie mich nicht so besonders interessiert, aber ich fand sie doch ganz nett. am besten gefallen hat mir eine installation, die nach gewürznelken geduftet hat, weil der küstler der meinung war, dass kunst auch den geruchssinn ansprechen soll osä. die titelgebende installation fand ich generell nicht sooo spannend: man geht auf einem sandweg an farvelabehausungen und topfpflanzen vorbei. dennoch war sie ein ziemlicher hit, weil an ihrem ende zwei fesche grüne amazonenpapageien in einem gehege zu bestaunen sind. beängstigend war, dass die u.a. schreie ausstoßen, die nach babies klingen, was sie erst taten, als wie schon im nächsten raum waren, weswegen wir erst einmal erschrocken sind.
die meisten kunstwerke erinnern an 60er-jahre kunst, wie man sie hierzulande auch kennt, und popart.

das mumok war größtenteils geschlossen, weil die gendercheck-ausstellung geschlossen und die nachfolgende noch nicht eröffnet ist. zu sehen waren:

fotos von zoe leonard, die wir großteils eher uninteressant fanden. gut gefallen hat mir eine serie, in der bäume zu sehen waren, die mit beton, gittern u.ä. eingeschränkt werden sollten, diese "fesseln" aber gesprengt haben.

zwischenzonen: zeitgenössische kunst aus mexiko - meiner wahrnehmung nach völlig unbeworben, aber sehr spannend.

queerbeet im (volks-)theater: umsonst

umsonst ist weder sprachlich noch inhaltlich nestroys bestes stück, eher eine harmlose komödie mit misogynem touch, aber dennoch war's eine recht nette aufführung. michael schottenberg hat flott inszeniert und auf schwungvolle a capella choruntermalung durch die chorvereinigung wien neubau gesetzt, was mir besonders gefallen hat. andreas vitásek in der hauptrolle war gut, und ich hab mich gefreut, julia gschnitzer, die ich nur aus kleineren fernsehrollen und v.a. hörspielen kannte, auf der bühne zu sehen.

es riecht nacht frühling

- auch hier - ein bisschen...

gestern war ich unter strahlend blauem himmel im prater spazieren

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so ganz hat sich das winterende allerdings noch nicht herumgesprochen

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dafür habe ich eine geschäftsidee erspäht, die sich auch für meinen garten perfekt eignet:

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Freitag, 26. Februar 2010

atemstillstand

in einer radiosendung ist der schriftsteller franzobel zu gast, um mit anruferInnen über sein neues theaterstück zu sprechen, in dem er das nazi-mitläufertum hans mosers thematisiert. ich habe nicht die ganze sendung gehört, aber was ich gehört habe, war ganz typisch kritisch, weil man ein nationalheiligtum wie hans moser nicht angreifen darft. diese erfahrung hat elfriede jelinek schon vor 25 jahren mit einem entsprechendem werk über paula wessely gemacht. da wurde nicht die der nazi-kollaboration überführte schauspielerin kritisiert, sondern diejenige, die es wagte, darüber zu sprechen in grund und boden gestampft. die österreichische volksseele, auch wenn es die hörerInnen des kultursenders betrifft, ist offenbar nicht lernfähig.

gegen ende sendung ruft eine hörerin an und meint aufgebracht, franzobel brauche sich nicht zu wundern, wenn man ihn kritisiere und der lüge zeihe, denn schließlich habe er auch gelogen, als er gesagt habe, in österreich würden flüchtlinge schlechter behandelt als tiere. wisse er denn nicht, wie mies tiere teilweise behandelt würden.

Dienstag, 16. Februar 2010

atomstrom und sein mascherl

dass österreich zwar selber kein kernkraftwerk betreibt, aber in internationalen netzwerken hängt und folglich atomstrom importiert, wird überflüssigerweise sowohl von atomgegnerInnen (die politikerInnen betrügen die bevölkerung, die sich nicht wehren kann etc.) als auch von atombefürworterInnen (die leute sollen nicht so naiv sein und glauben, sie würden nicht von dieser sauberen und sicheren energie profititieren, weswegen man überhaupt usw. usf.) für die untermauerung ihrer anliegen in die waagschale geworfen. "strom hat kein mascherl" heißt es da immer, weil man ja nicht wissen kann, wie der strom, dem man gerade verbraucht, produziert wurde - von wegen.

ich war heute im supermarkt: zwei kassen offen, eine fällt aus, ist offenbar nachhaltiger hin. in den warteschlangen entstehen gemurmelte diskussionen darüber, was da wohl los sein kann. auf einmal erhebt der mann, der hinter mir steht, seine stimme und löst das konkrete wie das übergeordnete rätsel: "da hat sich der atomstrom eing'schlichen."

Donnerstag, 11. Februar 2010

ausstellung 3: annie leibovitz im kunsthaus

die ausstellung nennt sich "a photographer's life 1990-2005" und die beworbene besonderheit ist, dass etliche fotos aus dem privatleben der fotografin zu sehen sind.

sehenswert war's schon und ich bereue nicht, dass ich dort war, aber so richtig begeistert bin ich nicht. erstens ist die ausstellung ein fürchterliches durcheinander. irgendwie wirkt die hängung der bilder, als wäre sie ausgelost worden. da hängen porträts von filmstars mitten in schnappschüssen der familie an strand - oder umgekehrt. irgendwie war da für mich kein konzept zu erkennen. und wie üblich hadere ich zweitens mit fotografie als kunst.

und die bilder selber - naja. die celebrity-porträts waren halt so, wie sie immer sind. ich erkenne da nie besondere qualitäten einzelner fotografInnen. aber natürlich waren es gute fotos und nett anzuschauen.

die privaten fotos gliedern sich in in zwei "kapitel". einerseits familienfotos: eltern, geschwister, nichten, nichten neffen, die eigenen kinder und leibovitz' partnerin susan sontag vorwiegend auf gemeinsamen reisen. die haben imho ausgesehen wie familienfotos halt ausschauen. natürlich schon gute familienfotos, aber von der inszenierung und der qualität her hab derlei fotos schon von allen mir bekannten familien gesehen. vielleicht erwarte ich mir immer zuviel von fotografie als kunst, aber ich bin immer enttäuscht, wenn fotos von berühmten fotografInnen auch nicht anders sind als gute fotos, die freundInnen von mir gemacht haben. ich denk mir oft, wenn man da die besten fotos auswählt und entsprechend vergrößert, hat man eine ausstellung gleicher qualität, ohne filmstars halt. aber vielleicht ist der blick für ein gutes foto einfach eine gabe, die viele menschen haben, weswegen viele menschen hervorragende fotografInnen sind, weil die technik eher für eine breite masse verfügbar ist als bei anderen medien. aber warum werden einzelne so gehypt und verdienen sich dumm und dämlich?
das war sicher nicht die letzte fotoausstellung, die ich gesehen habe und vielleicht geht mir der knopf noch einmal auf.

andererseits hat leibovitz die krankheit und den tod von susan sontag fotografisch festgehalten, nicht wirklich dokumentarisch, aber doch recht intensiv. diese bilder waren natürlich berührend, aber auch voyeuristisch. ich weiß nicht, ob ich so etwas wirklich sehen will. ich habe z.b. meinen opa, als er auf der intensivstation im sterben lag, auch nicht fotografiert, weil ich das als zu intim gefunden hätte. für mich ändert sich das auch nicht wirklich, wenn es aus einem künstlerischen bedürfnis heraus, wie leibovitz meinte, passiert.
vor etlichen jahren habe ich einmal einen film gesehen, wo jemand den aids-tod eines schwulen künstlers (die namen der beiden hab ich vergessen, ist schon lange her) dokumentiert hat. diesen film fand ich (und meine begleiter auch) ziemlich furchtbar, weil extrem voyeuristisch und respektlos. das waren die fotos von leibovitz nicht über das der thematik inhärente ausmaß hinaus. im gegensatz zu besagtem film waren die fotos viel liebevoller und sontag wurde nicht ihre würde genommen. trotzdem war mir persönlich das anschauen irgendwie peinlich.

ausstellung 2: vermeers malkunst im khm

in der letzten woche war ich in zwei ausstellungen, die erste war eben die neue vermeer-ausstellung im khm. als ich im jahresprogramm gelesen haben, dass es eine vermeer-ausstellung geben würde, war ich feuer und flamme, was aber gleich wieder von frau wichtelmädchen gelöscht wurde, die meinte: "das ist sicher nur eine mogelpackung, wir haben ja nur den einen."
es war dann keine mogelpackung, die ausstellung beschäftigt sich nur mit dem einen gemälde die malkunst. ausgestellt sind allerhand dinge, die den auf dem bild abgebildeten gleichen, wie etwa ein teppich-vorhang, dessen rückseite auch tw. zu sehen ist, weil das auf dem gemälde auch so ist, veduten, eine jacke, wie der maler sie anhat usw. außerdem wird die restaurationsgeschicte des bildes ausführlich und für meinen geschmack zu technisch dargestellt. mich haben die vergrößerten mikroskopaufnahmen der farbschichten eher an matratzenwerbunge erinnert. ich hätte es interessanter gefunden, wenn da mehr über den bildaufbau oder eben die künstlerischen aspekte des restaurierens zu lesen und vor allem zu sehen gewesen wäre. man sieht, mit welchen farben vermeer gearbeitet hat und welche hilfsmittel (camera obscura, zeichenrahmen) er benutzt hat und wie die funktionieren. das habe ich sehr spannend gefunden, und ich konnte mich auch sehr für die in eienr vitrine aufgehäuften farbpigmente begeistern, aber ich verstehe die kritik einer bekannten, die meinte, sie habe das alles eher fad gefunden. man kann sich auch für kunst interessieren, ohne sich mit maltechnik beschäftigen zu wollen. recht breiten raum nimmt auch die besitzgeschichte des gemäldes ein, auch weil gerade ein restitutionsverfahren anhängig ist.

sehr begeistert war ich von dem ausstellungsteil, der zeigt, wie andere künstlerInnen sich mit der malkunst auseinandergestzt haben. da sind wirklich witzige sachen dabei. besonders mochte ich einen trickfilm von maria lassnig, der sich mit der maler-modell-beziehung auseinandersetzt, aber auch die werke von george deem, von dem es ein buch mit dem titel how to paint a vermeer gibt. er nimmt einzelne bestandteile des gemäldes, versucht sie "naturgetreu" wiederzugeben, macht aber ein eigenes kunstwerk daraus - schwer zu erklären, aber faszinierend anzuschauen.

mir hat es sehr gut gefallen, einmal nicht viele bilder doch recht schnell anzuschauen, sondern eines richtig intensiv. ich bin auch mehrmals zum original zurückgestapft und habe geschaut, weil es doch imemr wieder dinge gab, die ich übersehen hatte. etwas ärgerlich war nur, dass ich warten musste, bis zwei führungsgruppen verschwunden waren, bevor ich die malkunst aus der nähe betrachten konnte. und bis dahin war die ausstellung relativ fad.

ich kann die ausstellung sehr empfehlen, würde mir aber noch etwas anderes im khm auch anschauen, weil halt, wie ich bei der rubens-ausstellung schon gemeckert habe, 12 euro für einen raum um und ein bissl was einfach zuviel sind. ich hab ja mittlerweile eine jahreskarte, insofern war ich entspannt, aber ich finde, wenn das khm die kleinausstellungen schon so massiv bewirbt, könnte es sich in sachen eintrittspreis auch etwas einfallen lassen.

ausstellung 1: gender check im mumok

es ist zwar schon ein weilchen her, dass ich mir diese ausstellung angeschaut habe, aber nachdem ich heute wieder daran erinnert wurde, soll sie doch ihren platz hier finden, denn spannend war sie alle mal. außerdem gehören ausstellungen zu diesem thema, noch dazu so groß angelegte, unbedingt erwähnt.
thema sind gender-darstellungen in der "ostblock-kunst" von den 60er-jahren bis zur gegenwart. aufgebaut ist das ganze chronologisch. anfangs (und quantitativ recht üppig) sieht man hauptsächlich in klassisch kommunistischer arbeiterInnenästhetik inszenierte frauen und männer. man könnte auch sagen, einfach kommunistischen realismus, der jetzt keinen direkten gender-bezug hat, wenn man nicht durch den ausstellungstitel bzw. sowieso durch die persönliche interessenslage dazu angeregt wäre. je aktueller die kunstwerke werden, desto interessanter werden sie meiner meinung nach auch, weil die genderthematik sehr vielfältig bewusst aufgegriffen und inszeniert wird. eigentlich logischerweise werden die werke auch multimedialer und brav postmodern ironischer. dafür fällt der aspekt, dass es sich um kunst aus dem eben ehemaligen ostblock handelt, meistens weg.

ich denke mir, der anspruch der ausstellung ist, die historische entwicklung der "ostblock-kunst" unter dem genderaspekt zu zeigen und das ist durchaus gelungen.

Queerbeets bunte Blüten

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wm7

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