Donnerstag, 17. September 2009

gestern nacht

müssen komische energien durch wien oder zumindest transdanubien gewirbelt sein.

so gegen halb 12 gehe ich in kagran in der gegend hinter der u-bahn über die straße , über mehrere unbeampelte fußgängerübergänge und mit einem hellen hemd bekleidet. da fährt mich doch bei einem zebrastreifen glatt ein lieferwagen fast über den haufen. der bleibt nicht nur nicht stehen wie er sollte, sondern taucht mit einem affenzahn aus dem nichts auf und hätte mich sicher erwischt, wäre ich nicht noch gerade rechtzeitig zur seite gesprungen.

dann warte ich auf der anderen seite der u-bahnstation eine ewigkeit auf meinen bus und habe das zweifelhafte vergnügen, einigen betrunkenen jungen männern beim kreistanz zuzuschauen. einer von denen torkelt entlang der u-bahnstation herum, fällt über einen fast schulterhohen zeitungsständer und kann allein nicht mehr aufstehen. inzwischen sind bei der bimstation gegenüber zwei rettungsautos eingetroffen. ich sehe dann vom bus aus noch, wie jemand auf eine bahre verfrachtet wird.

wenn ich vom bus aussteige, muss ich, um zu meiner straße zu kommen, über eine kreuzung. während ich bei der ampel warte, fahren zwei rettungswägen stadteinwärts, was trotz der nahen garage nicht alltäglich ist. ein paar meter, bevor ich dann auf der anderen straßenseite ankomme, düst so ein möchtegern formel-1-fahrer ums eck und erwischt mich wieder nur knapp nicht.

bachblüten

bis jetzt habe ich mich mit bachblüten nicht wirklich beschäftigt, also schon mal ein buch gelesen und die rescue-tropfen probiert. auf die hab ich aber überhaupt nicht reagiert. und homöopathie wirkt bei mir schon von kindheit an auch nie.

gestern war ich bei einer freundin, die therapeutisch mit bachblüten arbeitet, und ich weiß jetzt gar nicht mehr genau, wie wir darauf gekommen sind, aber sie hat ein kluges buch geholt und mir gesagt, ich soll ihr 3 zahlen von 1-38 sagen, weil es 38 essenzen gibt. das hab ich dann völlig naiv und spontan gemacht. wir haben dann nachgeschaut, welche essenzen das sind und mit der beschreibung von zweien konnte ich so halb was anfangen (nach dem motto "passt schon irgendwie"), aber die, die mir als erstes eingefallen ist (hornbeam *mich oute*), hat's irgendwie voll ins schwarze getroffen ich war ganz perplex.

meine freundin hat mich dann gebeten, mich auf sie einzuschwingen und für ein thema, dass sie gerade plagt, zwei zahlen zu sagen, weil sie selber sich zu gut auskennt, um unbefangen zu sein. die waren dann auch genau passen und wären ihr selbst nicht eingefallen.

sie hat mir dann ein fläschchen von einer meiner "nebenessenzen", die sie daheim hatte, mitgegeben und ich hab's am abend von einer anderen freundin testen lassen, ob's gut ist für mich. sie wusste nicht, worum es geht und hat nur ein unbeschriftetes fläschchen in die hand bekommen. der test ist sehr stark positiv ausgefallen.

daheim hab ich dann nachgeschaut, was das alles für pflanzen sind und habe herausgefunden, dass hornbeam hainbuche oder weißbuche ist. hainbuche ist mein lebensbaum. das hat zwar mit bachblüten nichts zu tun, ist aber eine mich faszinierende koinzidenz.

jetzt werd' ich's mal hoffnungsfroh praktisch testen ;-)

Dienstag, 15. September 2009

IMPRESSIONISMUS - wie das licht auf die leinwand kam (albertina)

kurz und bündig kann ich nur sagen: unbedingt hingehen

die ausstellung bietet nicht nur alle großen namen und grandiose bilder. sie ist auch wirklich gut gestaltet. den wichtigsten künstlern werden eigene räume gewidmet, zusätzlich gibt es aber auch räume, die sich hauptsächlich mit technischem beschäftigen. z.b. was war nötig, damit malen im freien überhaupt möglich wurde. so wurde z.b. die tubenfarbe und pinselzwingen neu erfunden. es gibt wirklich viel, sehr angenehm aufbereitete hintergrundinfo. die ausstellung geht noch ein gutes stück über den impressionismus hinaus und zeigt auch einflüsse dieser stilrichtung auf maler wie toulouse-lautrec, braque und picasso.
das ausmaß des ganzen ist gigantomanisch, und man sollte halbwegs ausgeruht sein. besonders, wenn man seelisch auf sonstige albertina-ausstellungen eingestellt ist, wird man erstaunt sein, mit mindestens dem doppelten ausmaß an räumen und werken konfrontiert zu sein. die ausstellung ist aber so gut aufgebaut und so toll bestückt, dass man sich über jeden weiteren raum freut.

... sinnlich, weiblich, flämisch - Frauenbilder rund um Rubens (khm)

dass ich von dieser ausstellung etwas enttäuscht bin, liegt v.a. an meiner mangelnden bildung. ich dachte, das sei eine größere rubens & zeitgenossen-schau mit fokus auf frauendarstellungen. weit gefehlt. es handelt sich um das erste "intermezzo". das ist eine neue reihe, die immer unter einem bestimmten thema exponate der eigenen sammlung in einem raum präsentieren. hätte ich das gewusst, hätte ich eine woche gewartet und mir die kleine mit der soeben eröffneten großen ausstellung gemeinsam angeschaut. 10 euronen für die paar bilder schmerzen...

werbeträgerin für die ausstellung ist rubens' pelzchen, ein porträt seiner frau helena. eine wichtige fragestellung ist, wie sehr die frauen auf den bildern objektiviert werden. den zahlreichen bildern von männlichen künstlern wird das bacchanal von michaelina woutiers gegenübergestellt, wo eine frau keck aus dem bild herausschaut.
gar nicht einig waren meine begleiterin und ich uns in sachen cimon und efigenia von rubens nach der novelle von boccaccio. ich finde die nackten schlafenden frauen auf dem bild völlig zu (lust-)objekten degradiert, weil sie sowohl von den betrachterInnen als auch von cimon nur angestarrt werden und weil sie schlafen, nicht einmal irgendwo hinschauen. meine begleiterin hingegen fand, dass sie in cimons blick neben geilheit auch noch die aufkeimende liebe zu efigenia spüren würde, was alles die vergegenständlichung abmildern würde.

thomas ruff: oberflächen, tiefen

für die fotoausstellung in der kunsthalle hatte frau wichtelmädchen freikarten und hat mich liebenswürdigerweise eingeladen - mehr als freikarten war die sache auch nicht wert. ich fand die meisten bilder von haus aus schon nicht wahnsinnig aufregend und viele konzepte einfach von zeit und technischer entwicklung überlebt (z.b. überlagerte porträts). im gesamten war's ein bisschen fad, aber es waren schon auch ein paar nette bilder dabei.

Der eiserne vorhang in der staatsoper

wäääh... ich hab grad einen langen beitrag über die vier ausstellungen verfasst, die ich in den letzten wochen gesehen habe, dann hab ich - fast fertig - irgendwas blödes angeklickt und alles war weg. also alles nochmal *frust* und sicherheitshalber einzeln.

der eiserne vorhang der wiener staatsoper wurde von dem maler rudolf hermann eisenmenger geschaffen, der politisch wegen seiner mangelnden distanz zum natiolsozialismus nicht unumstritten ist. initiativen zur übermalung seines bildes schlugen nicht zuletzt wegen des protests des bundesdenkmalamtes fehl, aber seit 1999 gibt es eine sehr österreichische lösung: der eiserne vorhang wird jede spielzeit mit einem anderen kunstwerk von renommierten zeitgenössischen künstlerInnen verhängt. das diesjährige bild stammt von franz west und heißt: drei - vom vorhang ins temperament

eisener vorhang franz west

offengestanden ist es nicht mein lieblingsvorhang, aber die führung war trotzdem extrem spannend. eine mitarbeiterin des museum in progress, das das projekt durchführt und dessen konzept mir generell sehr sympathisch ist, präsentierte alle bisherigen vorhänge und erläuterte die ideen dahinter. außerdem erzählte sie von problemen und pannen bei der herstellung und befestigung der bildung - die kunstwerke werden auf 3 stoffbahnen gedruckt, die dann verschweißt und mit magneten befestigt werden. anschließend gab es den aktuellen vorhang von der noblichen mittelloge aus zu bewundern und schließlich wurde er noch hochgefahren, damit wir auch noch diesen sinnes- und kunsteindruck genießen konnten.

meine lieblingsvorhänge sind die von richard hamilton, rosemarie trockel, kara walker, rirkrit tiravanija sowie Michael Elmgreen & Ingar Dragset. die links führen zu den bildern, alle vorhänge sind hier zu sehen.

"Sche schoaf" - Chili con Tofu

hiermit eröffne ich eine neue rubrik im blog. nachdem ich öfter mal anfragen von freundinnen bekomme, ihnen meine rezepte (meistens marke schnell & vegetarisch) aufzuschreiben, die sie dann nicht mehr finden, wenn sie sie kochen wollen, und ich auch nicht, und ich mich dann auch nicht mehr erinnern kann, habe ich beschlossen, ich blogge meine kreationen jetzt einfach.

heute: vegetarisches "chili con carne", das von einem vorkoster für lecker und eben "sche schoaf" befunden wurde.

chili con tofu

zubereitungsdauer:
ca. 30 min, wenn man zwiebel & co. maschinell häckselt

menge:
ca. 3/4 von einem 5l-topf

zutaten
200g chilitofu (hätte ich mehr tofu daheimgehabt, hätte ich mehr genommen)
1 dose weiße bohnen (ca. 560g abtropfgewicht)
2 dosen rote bohnen (je ca. 225g abtropfgewicht)
1 dose mais (ca. 285g abtropfgewicht)
3 große zwiebel
8 zehen knoblauch (mittelgroß)
2 paprika
pomodori secchi (war ca. 1/2 glas)
paprikapulver (geschätzt 2-3 gehäufte esslöffel)
chilipowder (geschätzt 2 gehäufte esslöffel)
reichlich pfeffer
ein wenig kümmel (geschätzt 2-3 teelöffel)
2 suppenwürfel
ca. 6-7 chilischoten
ein schuss essig
öl
1/2 l wasser (wer's lieber suppig haben will, nimmt mehr wasser)

(ich hatte noch kostbare reste von eingelegten chilis und habe ein halbes glas genommen)

zubereitung:
zwiebel, knoblauch, paprika, pomodori am besten elektronisch häckseln und im heißen öl anbraten. inwischen den tofu klein würfeln und das dosenzeugs abtropfen lassen. dann kommen die gewürze und suppenwürfel in den topf, anschließend tofu, bohnen, mais und chilischoten. mit dem wasser aufgießen. aufkochen und dann noch ca. 10-15min. köcheln. am besten ein paar stunden vorher machen und dann aufwärmen.

Sonntag, 30. August 2009

schönes gratis 19: die beobachtung des spezifischen sozialverhaltens von butches untereinander

schön diesmal im sinne von "amüsante kuriosität"

ich habe in den letzten drei wochen drei sehr nette abende mit zwei sehr netten butches verbracht, die zwischendurch ein paar verhaltensauffällige minuten an den tag legten, die ich einmal "butchy moments" nenne. ob's da ethnologische studien gibt?

1. abend: die beiden unterhalten sich ganz normal und beginnen plötzlich mit einem etwas angeberischen bizepsvergleich und sind dann erfreulicherweise sehr zufrieden mit sich und miteinander. queerbeet beobachtet befremdet und fragt nach, ob das so ein spzifisches butch-ding sei.

2. abend: die eine hilft der anderen in die jacke, worauf eine diskussion ob dieses themas von wegen wer, wie, was, legitimität und gewohnheiten entbrennt. queerbeet beobachtet kopfschüttelnd und stellt fest, dass das wohl schon wieder so ein butch-ding ist.

3. abend: die beiden führen einander vor, wieviele liegestütze sie jeweils schaffen, extra so positioniert, dass queerbeet (noch beim abendessen) auch zuschauen kann. queerbeet ist eine höfliche gästin, schaut, speist ihren reis und schweigt.

schönes gratis 18: regen & abkühlung

naja, immer freu ich mich nicht darüber, aber das letzte wascheln hat mich entzückt. die letzten tage hatte es so eine unerträgliche hitze, dass man nicht einmal mit den lidern klimpern konnte, ohne einen schweißausbruch zu erleiden. und es war so befreiend, als es letzte nacht zu schütten begann... der kühlere und zeitweise verregnete tag heute war eine richtige wohltat.

meine mitwienerInnen sehen das offenbar anders:
ich war entlang des völlig verödeten donaukanals spazieren, wo die diversen "strand"-lokale nicht nur leer, sondern auch zu waren. meine begleiterin, die etliche sommerferien an der nordsee verbracht hat, beklagte sich bitter, dass man in wien zu zimperlich sei, an der nordsee würde man sich über solches wetter freuen und extra hinausgehen.
ich überlege noch, ob ich das übertrieben finde oder nicht, aber beim typischen wiener sommerdampf zieht's mich jedenfalls nicht an den "strand" in der innenstadt.

Samstag, 22. August 2009

Musen

zur muse für eine künstlerin hab ich's bis jetzt noch nicht wirklich gebracht, aber ich hab kürzlich eine frau kennengelernt, die nach jedem gespräch mit mir eine wand in ihrer wohnung streicht. das ist doch immerhin etwas. *ggg*

soundinstallation

im radio läuft grad sehr beschwingte klaviermusik und draußen spielt ein kind mit seiner fahrradglocke. irgendwie ist das eine coole kombi.

Donnerstag, 20. August 2009

wolliges

weil es beim wolligen sommercamp einige schwestern in erstaunen versetzt hat, dass ich hin und wieder auch stricke, stell ich hier mal vor, was ich in den letzten monaten so produziert habe, wobei mir auffällt, dass ich im frühjahr und sommer die nadeln nicht habe klappern lassen.
mit den lace-kunstwerken, die ich blöglich und in natura bestunen durfte, kann ich aber nicht mithalten.

von einem schal, den ich erst für mich gestrickt und dann verschenkt habe, hab ich kein foto. das war so ein langhaariges synthetisches flauschgarn vom hofer/aldi und hat beim stricken gerochen wie eine neue barbiepuppe. aber nachdem es keine duftblogs gibt...

stulpen

das sind stulpen, die ich aus merinowolle für frau wichtelmädchen gestrickt habe. an ihr sind sie länger und sehen entschieden eleganter aus als an meinem arm. das modell nennt sich "salad wristers". auf der verlinkten seite gibt's nicht nur die anleitung, sondern auch detailbilder vom rüschenteil. der war zu meiner überraschung völlig easy zu fabrizieren, hat aber fast genau so lange gedauert wie die restliche stulpe, weil man so viele maschen zunehmen muss.
die wolle war ein rest vom flirty skirty, den ich vorletzte weihnachten für frau wichtelmädchen gestrickt habe:
rock

da ich damals noch kein blog hatte, hab ich nur fotos von der anprobe und nicht den rock im detail. sorry.
ich habe für den faltenteil eine dickere, unregelmäßige wuschelwolle genommen, weil ich die falten eher (dezent) rüschig-volantartig haben wollte. auf der verlinkten seite ist nur zu sehen, wie das modell eigentlich aussehen sollte. die anleitung ist nicht mehr online.

ein weiteres geschenk, auf das ich ein bisschen stolz bin, weil es mein erstes selbstentworfenes einstrickmuster ist:

vulva-polster vulva-polster rs

die braun wirkenden stellen sind eigentlich ein sehr schönes, warmes fuchsia. als ich den polster fotografiert habe, hatte ich meine obertolle kamera noch nicht.
auf die idee bin ich gekommen, weil die beschenkte einerseits eine vulvenskulptur in kreischpink und silber aus pu-schaum gestaltet hat (und generell auf pink steht) und ich - akkordiert mit ihr - der meinung war, dass ihre schwarze ledercouch einen farbtupfer braucht. den hat sie jetzt ;-) die rückseite ist die version für verwandtenbesuche. *g*
die strickdauer hab ich total unterschätzt. ich dachte, glatt rechts geht eh schnell und simpel, aber dann war das weihnachtsgeschenk doch eher was für imbolc, wäre das ein thema gewesen.

in meinen haushalt ist eine unspektakuläre, aber praktische und fröhliche thermophorhülle eingezogen:
themophor

leider ist die schwarze wolle ein billigprodukt, das sich im gebrauch als fusselig herausgestellt hat. was sich sehr bewährt, ist der "rollkragen", weil man sich, wenn das metallgewinde beim wassereinfüllen heiß wird, nicht die finger verbrennt.
das ganze war in einem halben nachmittag gestrickt, weil die wolle so dick ist. die bunte hab ich doppelt genommen. diese anleitung hab ich für den grundschnitt genommen und die maße dann halt an meinen thermophor angepasst.

mein aktuelles work in progress sind bezüge für die potthässlichen, abgenutzten schaukelstuhlpolster. die muster hab ich selber entworfen, aber ich bin nicht wirklich zufrieden. irgendwas fehlt da. vielleicht hab ich noch die zündende idee.
der polster für die sitzfläche ist fertig:

schaukelstuhlpolster (3)

ein weiterer ruht die letzten monate in diesem zustand:
schaukelstuhlpolster (1)

rückseite:
schaukelstuhlpolster (2)

für den dritten polster gibt's noch keinen entwurf. da hab ich mehrere ideen und muss mir erst überlegen, was ich will.

frage an backversierte leserInnen

ich hab da ein ziemlich leckeres rezept für eine topfentorte, das bei meiner family sehr gut ankommt. also mach ich's öfter für familienfeiern. eigentlich gehört das so, dass man die torte quer durchschneidet, die creme auf den tortenboden tut und dann den deckel drauflegt. weil ich nicht so ein fan von anzuckern bin und auch keine besondere lust habe, alles mit schlagobers zuzukleistern, habe ich gedacht, ich lasse die torte ganz und geb die creme oben drauf. weil meine springform dazu nicht hoch genug ist - das ist so ein rezept, wo man die torte in der form lässt, bis die creme erstarrt ist, hab ich mir so einen ring zum oben draufsetzten gecheckt. aber ich kapier das produkt nicht. 1. bleibt das nie in der größe, die ich will & 2. schon gar nicht stabil oben auf der form. ich pick das ding jetzt immer mit paketklebeband fest,

topfentorte2 topfentorte1

habe aber den tumben verdacht, dass das nicht ganz im sinne des erfinders ist. außerdem bin ich queer genug, um beim kuchenbacken nicht unbedingt irgendwas klischee-lesbisch-pseudotoughes einbauen zu müssen. *ggg*

kennt sich wer da aus?

Mittwoch, 19. August 2009

Rums und schepper

um ca. 1/4 4 vor meinem schlafzimmerfenster. nach einer weile bin ich etwas echauffiert hinausgestürmt, um zu sehen, wie ein bagger auf die gstettn bei mir gegenüber fährt. sobald ich eines menschen ansichtig wurde, habe ich gefragt, was da vor sich geht. antwort: "mir stön an bagger her. des sengan s' eh."
ich: "und warum mitten in der nacht mit solchem getöse?"
da hieß es: "des is hoit wien" und es sei nur von 0-5 uhr erlaubt, solche fahrzeuge zu transportieren und er habe die gesetze nicht gemacht. "stön s' erna vur, mir fohrn damit togsüber auf da tangentn." (süd-ost-tangente vulgo a23 = autobahn mit staugarantie).
*gnarf*

ich hoffe, dass es nicht um 7 mit einer baustelle losgeht...

edit: wann es losgegangen ist, weiß ich nicht. jedenfalls hat es mich nicht geweckt. aber der bagger macht genau das, was ich befürchtet habe: schräg vis-á-vis von meiner villa kunterbunt steht (respektive stand) ein ruinöses haus. ich glaub, das war schon in meinen kindertagen abbruchsreif. in einer fernsehsendung wurde es sogar einmal als schandfleck im bezirk gebranntmarkt. mir gefielen aber erstens die fensterrahmen und außerdem war es ein kleiner kontrapunkt in der spießigen stadtrandidylle - besonders seit vor ein paar jahren (auf kosten der anrainerInnen) in meiner straße ein gehsteig errichtet wurde, der das ganze agatha-christie-flair, wie frau wichtelmädchen es nannte, zerstörte, einigen alten linden das leben kostete und der straße so einen 0815 geschniegelten spießbürgerlook verlieh. *tiefseufz*
die schnuckelige ruine ist geschichte, die leute regen sich auf, weil ihre autos staubig werden und ich hab in der nächsten zeit dann wahrscheinlich wieder eine baustelle vor der tür und danach pastellene oder schönbrunnergelbe reihenhäuser vor der nase...

Donnerstag, 9. April 2009

ein trauriger anlass, wieder mein blog zu aktivieren...

elfriede gerstl ist heute gestorben. für mich eine ganz große sprachkünstlerin - berührend, kritisch, witzig, genial und ewig verkannt, weil nicht gefällig und leicht verdaulich. außerdem hat sie sich nicht für die medien zum affen gemacht.

die zweite große elfriede schreibt: "Ihre schwerelosen, wunderbar leichten Gedichte, haben mir immer wieder gezeigt, dass das Leichte für mich, für viele, zu schwer ist. Und das bei diesem Schicksal!" Mit diesen Worten reagierte Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in einem E-Mail auf Anfrage der APA auf den Tod von Elfriede Gerstl. "Diese zarte kleine Person, die immer im Hellen herumgelaufen ist und so hell und witzig geschrieben hat, hat das Dunkelste erlebt, ohne je selbst verdunkelt gewesen zu sein in ihrem Wesen und Schreiben. Das ist für mich immer das Unbegreiflichste gewesen, ein Wunder." (zitiert aus dem online kurier)

hier gibt es neben zwei interessanten gerstl-wahrnehmungen auch werkproben.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Weihnachten wortreich zusammengefasst

vielleicht bin ich etwas spät dran, um von meinen weihnachten zu erzählen, aber de facto habe ich von 21. bis 30.12. gefeiert und komme erst jetzt dazu. übrigens mag ich den namen weihnachten sehr gerne und habe geschmunzelt, als ich janas gedanken dazu gelesen habe. "jul" ist aber für mich auch absolut ok. in den skandinavischen ländern heißt das schlicht und ergreifend weihnachten, womit sich der kreis wieder schließt.

vorweihnachtszeit

für mich ist jul ein lichterfest, das für mich insofern bedeutung hat, als ich die dunkle zeit nicht wirklich gerne mag und jedes jahr aufatme, wenn es wieder heller wird. dementsprechend halte ich auch wenig von der "besinnlichkeit", die überall proklamiert wird und nirgends stattfindet, weil weihnachten für mich ein buntes, fröhliches fest ist, wo man liebe menschen trifft, geschenke macht, geschenke bekommt und schöne zeit verbringt. auch aus christlicher sicht verstehe ich den den besinnlichkeitswahn nicht. jesus ist vermutlich das einzige baby, dessen geburt nicht richtig freudig gefeiert werden soll. aber das geht mich erfreulicherweise nichts an. ;-)

ich mag die vielen beleuchtungen und glitzerigkeiten, die sich in der stadt und in den häusern in der vorweihnachtszeit so finden. geschenketechnisch habe ich heuer wie auch voriges jahr das meiste selbst gemacht bzw. im internet geordert, weswegen ich mich den shoppenden menschenmassen weitestgehend entzogen und nur das an weihnachtlichem genossen habe, was ich wirklich mag. was ich heuer weitestgehend ausgelassen habe, waren die zahlreichen weihnachtsmärkte, die wien zu bieten hat und die auch alle sehenswert sind, aber jedes jahr dasselbe bieten. also kann mensch ruhig einmal ein jahr auslassen. nur auf der freyung und am hof war ich heuer, wobei ich letzere location besonders gerne mag, weil sie so etwas urtümliches und nicht so "aufgemascherlt" daherkommt wie die anderen märkte. und natürlich musste ich unbedingt ins looshaus, aber dieser markt war auch neu und hat mir sehr gut gefallen. geboten wurde originelles kunsthandwerk, das ganze war indoors im keller vom looshaus, also schön warm, und punsch gab's auch keinen. das fand ich sehr angenehm. jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sich dort nicht wie am spittelberg und am karlsplatz, den beiden anderen kunsthandwerksmärkten, der stillstand einschleicht und jedes jahr genau das gleiche geboten wird.

weihnachten

gut heidnisch hat weihnachten für mich am 21.12. mit dem wichtelchat einer lieben mailingliste begonnen. ich war dieses jahr das erste mal beim chat dabei und fand es sehr lustig und einen schönen auftakt. am 22.12. kam dann am frühen nachmittag frau wichtelmädchen und nach einem gemeinsamen einkauf, wo uns nicht nur eine frau einen euro fürs wagerl schenkte, sondern wir am weg auch einen wunderschönen regenbogen sahen. einen, der sich wirklich als voller bogen über den horizont spannte (leider war kein fotoapparat dabei). daheim schmückten wir den baum und frau wichtelmädchen bereitete ein köstliches weihnachtsmenü. nach dem essen gab es dann flötenspiel (frau wm), falschen gesang (ich) und bescherung.
am nachmittag des 23. holte mein brüderlein mich und eine noch ungeschmückte tanne ab und chauffierte uns zu den großeltern, wo wir den baum aufstellten und schmückten, worüber sich oma und opa nach anfänglicher skepsis auch freuten. oma, die uns die fähigkeit des baumschmückens nicht zugetraut hatte (meine mutter: "des is ja ka lehrberuf."), strahlte nachher mehr als der baum selber ;-)
abens traf ich dann noch k.t., die derzeit in wien urlaubt, in unserem stammcafé auf einen vierstündigen kurzplausch, sozusagen als briefing für unseren gemeinsamen sonntag. ich hab mich wahnsinnig gefreut, sie vor weihnachten noch zu sehen.
am 24. um die mittagszeit erschien miss dragdivabutch in meiner bescheidenen hütte, freute sich wahnsinnig über den baum und verzieh mir großmütig, dass ihr hauptweihnachtsgeschenk noch nicht fertig war bzw. ist. am nachmittag pilgerte ich zu meinen eltern in den anderen tansdanubischen hieb jausnen und quartierte mich gleich bis zum 27. ein. ;-) am abend ging's dann mit bruder und eltern zu den großeltern zur bescherung. das alles verlief harmonisch und gutgelaunt. alle freuten sich über ihre geschenke und meine oma, die gesundheitlich nicht ganz auf der höh ist, war gut drauf und hielt den abend auch gut durch.
am 25. ging's dann zur kleinen, dafür aber feinen verwandtschaft aufs land, worauf ich mich sehr gefreut hatte, weil die wirklich alle miteinander ganz liebe menschen sind. wir sehen einander nicht oft, dafür ist's aber wirklich immer fein. der 26. war dann der tochter-eltern-kommunikation gewidmet, was ich ebenfalls sehr genossen habe. abends gab's dann das traditionelle steakessen, zu dem auch mein bruder erschien und am 27. bin ich dann wieder heimgefahren.
der 28. war zur gänze k.t. gewidmet. ich liebe unsere talkmarathon-sonntage in meiner küche, die allerdings immer zu kurz sind. am 29. habe ich gar nichts gemacht und auch nicht kommuniziert, was mir auch gut getan hat, und am 30. gab's ein treffen mit meinen "literaturfrauen" in einem lokal in der stadt. zwar haben wir schon lange nichts mehr gemeinsam gelesen, weil wir uns immer so viel zu erzählen haben, aber das ist ja auch eine feine sache. gestern haben wir nicht nur weihnachten gefeiert, sondern auch den 50er einer aus der runde, die gerade beruflich nach jahrelangen kämpfen so richtig neu durchstartet (und das im ausland), was natürlich besonderen anlass zu freude gibt. ich war total gerührt, wie herzlich ich zu meinem studienabschluss beglückwünscht wurde. bei der schilderung meiner bürokratischen odyssee am weg zum titel hat eine tatsächlich eine gänsehaut gekriegt, was ich sehr süß fand. ;-)
der abend ist dann noch bei meiner virenschleuderkollegin miss dragdivabutch und einer kanne vanilletee ausgeklungen. hab ich schon einmal erwähnt, wie fein ich es finde, dass eine meiner lieblingsfreundinnen jetzt so halbwegs in meiner nähe wohnt? ;-)) und weil alles rund um weihnachten so wohlig und idyllisch verlaufen ist, bekam ich schön passend als blumigen schlusspunkt für dieses fest von miss ddb eine violette hyazinthe zum neuen jahr geschenkt, das jetzt gerne kommen darf ;-)

schönes gratis 17: leute entgeistern

... und wenn es nur so harmlos verläuft wie gestern:

ich hab in einem großsupermarkt mitten in der stoßzeit nur ein sackerl schokoglücksbringer gekauft, worauf die frau mit dem lebensmittelturm im wagerl, die mich in der kassenschlange vorgelassen hat, total perplex war und 2x völlig ungläubig nachgefragt hat, ob ich wirklich nur den einen artikel habe.

Freitag, 28. November 2008

müde, geschlaucht, glücklich und ziemlich gerührt

bin ich heute. müde, weil ich letzte nacht kaum geschlafen habe. geschlaucht, weil ich den ganzen tag auf achse war. glücklich, weil ich heute mein studium abgeschlossen und die dafür nötige prüfung überstanden habe. gerührt und ein wenig beschämt, weil ich sooo toll gefeiert wurde.

angefangen hat's gleich nach der prüfung. frau wichtelmädchen hat mich abgeholt und mir eine zauberhafte gelb-rote, wunderbar duftende rose sowie ein sonderfeines geschenk überreicht und mich dann am neben der uni befindlichen christkindlmarkt zu langos und pommes frites eingeladen, was mich wieder ein wenig geerdet hat.

dann bin ich schnell heimgedüst, wo ich ca. 20 minuten war, von denen ich ein paar mit meiner oma telefoniert habe, und trotzdem hat mich eine freundin erreicht, die wissen wollte, wie es mir ergangen ist. ich musste sie leider gleich "abwürgen", weil ich in eile war, aber gefreut habe ich mich trotzdem.

und dann begann das große abenteuer... *g*
bereits am sonntag erklärte mir miss dragdivabutch, dass ich heute abend eine verabredung mit ihr habe. aber sie wollte mir nicht verraten, was wir unternehmen. heute wurde mir mitgeteilt, dass ich sie um 18.00 uhr in der nähe ihres arbeitsplatzes treffen soll, wo sie mich in eine konditorei auf eine tasse tee statt sekt (weil mir das entschieden lieber ist) eingeladen hat. nach ein bisschen plaudern erzählte sie mir, dass sie tagelang ihr gesamtes umfeld gequält hat, um herauszufinden, wo sie heute mit mir hingehen soll. ihre liebsteste soll gestern bis zum einschlafen genervt worden sein und ab dem aufwachen heute morgen gleich wieder. es mag sein, dass nicht alle am lokalfindungsprozess beteiligen meiner meinung sind, aber ich finde das total süß. ;-))) letztlich hat sie sich für 4 restaurants entschieden und auch gecheckt, ob noch tische zu haben sind, verwunderlicherweise ein riskanter faktor. ich durfte mir dann eines aussuchen und ich wählte das pinong in der seidengasse (der werbung wegen angemerkt). daraufhin verschwand miss dragdivabutch geheimnisvoll, um einen tisch zu reservieren und brauchte dafür unerklärlich lange...
wir begaben uns also in besagtes pinong, ein kleines, feines und hübsches thai-lokal. kaum hatten wir die speisekarten aufgeschlagen, erschienen perfekt getimed und praktisch gleichzeitig die liebsteste von miss dragdivabutch und frau wichtelmädchen als überraschungsgästinnen. ich war ganz hin und weg und hab gar nicht gewusst, ob ich mich einfach nur freue und genieße oder ob ich im boden versinke, habe mich aber für ersteres entschieden. das essen war ein einziger genuss und die gesellschaft sowieso. anschließend waren wir noch bei miss "dragdivafemme" eingeladen, die in der nähe wohnt, um den abend ausklingen zu lassen.

Dienstag, 25. November 2008

katastrophentag

1. lösche ich meinen internetzugang, indem ich mich über die tastaur beuge (einen kugelschreiber suchend), während die einwählmaske offen ist, und muss bei der telekom anrufen (vorher wegen der telefonnummer bei meinen eltern), weil ich natürlich keine ahnung habe, wie die 100-stellige nummer lautet, die mein benutzername ist. kein riesenmalheur, aber lästig.

2. erfahre ich, dass das formular, das ich zwecks ort- und zeitfestlegung meiner diplomprüfung (übermorgen) bis spätestens zwei wochen vor der prüfung ans studienservicecenter, wie das prüfungsreferat jetzt neuerdings heißt, faxen musste und auch gefaxt habe, dort nicht angekommen ist (vulgo verschlampt wurde). glücklicherweise hat der vorsitzende meiner prüfungskommission mitgedacht und moniert, dass er noch kein protokollfomular bekommen hat. erfreulicherweise hat sich auch das geklärt *sicherheitshalber auf holz klopf*.

3. ist meine prüfung wie gesagt übermorgen und ich noch lange nicht durch den lernstoff durch.

4. eine weitere katastrophe ist das eben erschienene buch, der wackeren f-lerin barbara rosenkranz zum thema gendermainstreaming und gendertheorien. jedenfalls hat mir dieser artikel
darüber in dieStandard (danke miss dragdivabutch!) einen veritablen lachkrampf beschert, weil "menschIn" über so viel absurdität einfach nur lachen kann...

liebe frau rosenkranz,
schrecken sie sich ruhig!
ja, ich will den geschlechtslosen menschen in der öffentlichen sphäre.
ja, ich will die heterosexualität abschaffen, dann lässt sich auch die ach so schreckliche homosexualität eliminieren und der menschInnenheit ist dann einfach ihre sexualität gegönnt.
nein, ich will die zweigeschlechtlichkeit des menschen nicht abschaffen (da bin ich doch ganz bei ihnen, oder?), weil's die eh noch nie gegeben hat.
und außerdem bin ich, wenn wir schon so gerne labeln, mit freuden von perversionen wie homosexualität "betroffen". yeah!

Queerbeets bunte Blüten

Life is not a problem to be solved but a mystery to be lived.


wm7

Wer wandelt durch den Garten?

Du bist nicht angemeldet.

BesucherInnen

danke, bärin! beruhigend...
danke, bärin! beruhigend wirkt das stück nicht auf...
queerbeet - 4. Okt, 22:59
Ich habe da so ein Stück...
...Repertoire, das heißt "Coincidence". *gg* Hier...
baerin - 27. Sep, 19:48
Glück gehabt
Manchmal kann Frau ihr Glück nicht fassen. Boah... Schön...
Briganti - 7. Aug, 19:00
Hihi
...ja der schlaflosen.... nicht so schön dann... P.S.:das...
Amanleian (Gast) - 6. Aug, 01:07

queerbeet unterwegs

sehr hübsch. wenn die...
sehr hübsch. wenn die klebertropfen gut halten, sind...
distel - 12. Okt, 10:16
hi distel! danke für...
hi distel! danke für die podcastfolge. wo auch immer...
distel - 10. Jul, 19:28
ich hatte gerade eine...
ich hatte gerade eine beinahe-stunde lang sehr viel...
distel - 3. Jul, 01:28
für eben mal schnell...
für eben mal schnell war das aber ganz schön gehaltvoll... mich...
distel - 28. Mai, 19:17
ich sehe, du hast die...
ich sehe, du hast die carousel-socken auf er liste....
distel - 27. Mai, 19:22

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